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GROSS OUT – EINE FAMILIE ZUM KOTZEN
Eine fette reiche Frau erklärt sich bereit, ihren beiden geldgeilen Neffen und ihrer Nichte (alle 3 nicht besonders helle) eine Summe von 28 Millionen Dollar zu überweisen, wenn sie in der Lage sind, innerhalb einer Woche einen Film zu drehen, der sie zum Kotzen bringt. Eine echte Herausforderung, weil der alte Drache einen sehr unempfindlichen Magen hat. Die 3 Versager machen sich mit einer Kamera sofort an die Arbeit und quatschen in zahlreichen Episoden in Verkleidungen auf der Straße Passanten und Obdachlose an, um diese zu diversen Ekelspielchen mit Fäkalien zu überreden.
Auweia, was für eine konstruierte und aufgesetzte Handlung. Manchmal kommen Schundwerke aus dem amerikanischen Underground hervor, die so verzweifelt auf Tabubrüche und Grenzüberschreitung aus sind, aber wegen ihrer peinlichen und billigen Art auf ganzer Linie versagen. Aber wenn die Dialoge schon so mit der Brechstange kommen und nur noch Beleidigungen um ihrer selbst willen am laufenden Band bringen, dann hat das mit Humor oder Tabus nichts mehr zu tun. Ich habe ja ein Herz für dreiste Ekelsatiren wie JACKASS oder BRIDE OF FRANK, aber dieser Marathon an Exkrementen hier ist wirklich so ultrabillig und penetrant zusammen gewurschtelt worden, dass einem hinterher die Augen bluten. Allein wie stümperhaft und offensichtlich alle Effekte mit den Körpersäften und Ausscheidungen sind: Da müssen ständig Schokoriegel und Nougatcreme als Kacke herhalten, Limonade als Urin und Erbseneintopf als Erbrochenes. Darum verfehlt der Film auch sein erklärtes Ziel, Ekel beim Betrachter zu erzeugen, komplett. Ich könnte mir auch all das vor laufender Kamera in den Mund stopfen und so tun als ob, aber das ist doch reizloser Mist. Hinzu kommt die episodenhafte Inszenierung, die wie ein Zusammenschnitt von skurrilen japanischen Spielshows wirkt und wegen des Eindrucks der ständigen Wiederholung rasch zur Ermüdung führt. Nur sind die Japaner bei ihrem Demütigungs-TV den Volltrotteln von GROSS OUT an Ideen und Aufwand sogar noch um Lichtjahre voraus! Dauernd die gleichen talentfreien und unlustigen Hackfressen mit wechselnden Perücken, Brillen und angeklebten Bärten zu sehen, ist eine extrem toughe Geduldsprobe. Wen wenigstens ein bisschen Humor rüber kommen würde oder die Sudeleien mit Lebensmitteln Bestandteil einer halbwegs plausiblen und brauchbaren Handlung wären… Und wäre alles im Film gezeigte wiederum wirklich echt, so könnte man diese Palette an Pipi und AA vielleicht sogar noch als moderne, groteske oder entartete Kunst zum Zwecke des Schockierens einstufen, aber die fadenscheinige Inszenierung verhindert dies schon im Ansatz.
Den Vogel schießt aber endgültig der Butler der fetten Tante ab, ein schwarz angemalter Weißer, der übelste rassistische Südstaatensklavenklischees aus dem vorletzten Jahrhundert zum Besten gibt und mit seiner ganzen widerlichen Darstellung nur entsetztes Kopfschütteln verursacht; Der verantwortliche „Schauspieler“ versteckt sich auch noch dreist hinter dem Pseudonym Spike Li (!!!). Das ist nicht witzig. Nur zutiefst traurig. Selbst wenn da ursprünglich der Gedanke einer Satire auf Vorurteile gegenüber Hautfarben hinter stand, ist das Ergebnis vollkommen missglückt und in dieser Form aufs Schärfste zu verurteilen.
In der BRD wurde diese Farce sogar auf DVD veröffentlicht, so dass ich nur mal aus Neugier zugreifen konnte. Nicht einmal Oliver Krekel wagte sich bei so einem Müll an eine Veröffentlichung heran. Nun gibt es die „Affenclub Puke Edition“ (ugh) in billigster Ausführung mit unlustigen Sprüchen auf dem Cover und haltlosen Warnungen auf der Scheibe von irgendeinem unbekannten Vertrieb namens Scheißhaus Filmverleih.Ich verspürte zu keinem Zeitpunkt so etwas wie Ekel, geschweige denn Unterhaltung, sondern nur Langeweile, Zorn und allenfalls Mitleid. In diesem Stinker von einem Film ist die Kacke buchstäblich am Dampfen. So etwas kann nur jemand mögen, der regelmäßig bei Natursektpartys aufkreuzt.
1 von 10.

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