Review

Trauer: eine Emotion in drei Akten 


„La Noria“, ein animierter Kurzfilm über Verlust, Tod, Angst, Trauer, Erinnerungen und Liebe, erinnert mich ein wenig an „A Monster Calls“ und ist wirklich außergewöhnlich emotional und für viele sicher zu Tränen rührend. Erst recht wenn man selbst jemanden verloren hat, der einem nah stand. Zudem sieht dieser spanische Familiengrusler (?) extrem hübsch aus, bietet einige erstaunlich schleimige Monster und hat vor allem enormen Mehrwert. Er macht (vor allem sicher) den Kleinen gehörig Angst und den Größeren genauso sicher Pipi in die Augen. Erzählt wird von einem kleinen Jungen in einer riesigen Villa, der dem Tod seines Vater nachtrauert und plötzlich von finsteren Gestalten in das Dachgeschoss gejagt wird... 

Hier werden sehr sensible und emotionale, intime Werte ala Pixar mit europäischen, spanischen Kernqualitäten gekreuzt. Von der edlen Optik oder dem opulent-klassischen Score ganz zu schweigen. Die Aussagen zum Thema Trauerbewältigung, gerade in jüngeren Lebensabschnitten, sind einfach saustark. Da gibt es nix. Wer nah am Wasser gebaut ist, wird hier definitiv untergehen. Und jede Sekunde davon genießen. Wer eigentlich noch etwas zu jung für das monströse Treiben ist, der wird sich in die Hose machen. Und gleichzeitig schon früh merken, dass hinter all dem noch viel mehr, viel Wichtigeres als reiner Horror steckt. Kein Wunder, dass der Regisseur nun für Paramount einen ähnlich berührenden Langfilm animieren soll. Dieser Taschentuchdieb verspricht schonmal viel! 

Fazit: schaurig, schmerzhaft, schön - „La Noria“ verbindet Grusel und Gefühle zu einem unheimlich echten, traurigen und dennoch aufbauenden Erlebnis. Empfiehlt sich für Größeres! 

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