Review

iHaveCNit: Candyman (2021) – Nia DaCosta – Universal
Deutscher Kinostart: 26.08.2021
gesehen am 29.08.2021
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kinosaal 4 – Reihe 9, Platz 18 – 18:30 Uhr

Wenn mich 2 Horrorproduktionen in den letzten Jahren auch begeistert haben, waren es die von Jordan Peele inszenierten „Get Out“ und „Wir“. Der neueste Film von Jordan Peeles Produktionsfirma „Monkeypaw Productions“ ist eine gleichnamige Fortsetzung des im Jahre 1992 von Bernard Rose inszenierten und auf einer Clive Barker-Kurzgeschichte basierenden Horrorthrillers „Candyman“. Hier hat es wunderbar gepasst, dass ich mir in der Woche vor Sichtung von Nia DaCostas Film noch einmal den 1992er-Film in der Uncut-Fassung auf Blu-Ray angesehen habe. So war ich nochmal gut vorbereitet und in die Geschichte des Films investiert. Und wie auch bereits Peeles Filme „Get Out“ und „Wir“ hat mir DaCostas „Candyman“ ebenfalls richtig gut gefallen.

Der junge Künstler Anthony McCoy lebt mit seiner Freundin Brianna in einem Loft in Chicago. Aktuell befindet sich Anthony in einer künstlerischen Blockade, doch ein kleiner Rechercheausflug in das gentrifizierte Viertel Cabrini-Green, indem Anthony auch in die urbane Legende des „Candyman“ eintaucht, sorgt für neuen künstlerischen Auftrieb, aber auch für eine Kette von Ereignissen, die Anthonys Leben für immer verändern werden.

„Candyman“ ist ein großartiger Film geworden. Für Kenner des 1992er-Films funktioniert er perfekt als passende Fortsetzung – für Personen, die den 1992er-Film nicht gesehen haben, funktioniert er sehr gut als Neustart mit vielen Querverweisen auf den 1992er-Film. Die Entwicklung von Anthony McCoy ist faszinierend mit anzusehen und auch sowohl spannend als auch visuell sehr ansprechend inszeniert worden. An dieser Stelle bin ich froh, dass ich hier nur meine Meinung niederschreibe und den Namen des Candymans nicht vor einem Spiegel ausgesprochen habe, denn das waren bereits die in der Legende angesprochenen 5mal und so hätte mich der Killer sicherlich bereits geholt. Und bei den Szenen, bei denen es ordentlich zur Sache geht, nutzt der Film nicht nur interessante visuelle Ansätze, er ist auch unfassbar eindeutig, blutig und brutal. Trotz der Tatsache, dass der Film mit seinen 91 Minuten schon sehr kompakt und kurz ist, fühlt es sich absolut nicht überfrachtet und überladen an, wenn der Film die zugrundeliegenden gesellschafts- und sozialkritischen Themen wie den Rassenkonflikt und Gentrifizierung direkt in den Film integriert. Und etwas anderes würde man auch nicht erwarten, wenn man weiß, dass Jordan Peele ein Kopf hinter der Produktion ist – wobei natürlich auch DaCostas Inszenierung hier ihr Übriges tut, damit der Film eine runde, kompakte Sache geworden ist.

„Candyman“ - My First Look – 9/10 Punkte.

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