Nach drei Jahren kommt Ugo Piazza aus dem Gefängnis und wird sogleich von seinen ehemaligen Gangster-Kollegen behelligt. Denn diese vermuten bei ihm immer noch die Summe von 300.000 Dollar, die bei dem Coup, der Ugo hinter Gitter gebracht hat, abhanden gekommen sind. Auch die Polizei scheint sich für seine neugewonnene Freiheit zu interessieren, ebenso andere Parteien wie der „Amerikaner“, dem die verschwundene Kohle gehören sollte.
Meine Kenntnisse im Subgenre des Poliziottesco sind begrenzt. Nach der Sichtung des von Fernando di Leo inszenierten Krimis habe ich allerdings auch keine Motivation, diese zu vertiefen. Über die Laufzeit hinweg folgt man Ugo von hier nach da, zu seiner alten Flamme und den früheren „Arbeitskollegen". Das mäandert eine ganze Weile herum, beinhaltet viele Zigaretten, viel Gebabbel und viele Großaufnahmen von Gesichtern. Nur ein spannender Plot will sich nicht entfalten.
Anteil daran mag auch das Overacting von Mario Adorf sowie Frank Wolff haben und dass die Chose nicht so recht aus dem Quark kommt. Action gibt es ab und an, die Schießereien sehen durch die Bank albern aus, das Sounddesign beim Handeinsatz klingt ebenso und all dies trägt dazu bei, dass ich das Ganze nicht so richtig ernst nehmen kann. Dazu bleiben die Figuren auch durchweg zu egal.
„Du solltest mehr Milchreis essen.“
Mit ein paar bekannten Gesichtern ausgestatteter Krimi im Italien der 1970er Jahre, das Traumziel heißt aber Beirut. Mitunter angenehm rau, aber auch oft überzogen und schwer ernst zu nehmen. „Milano Kaliber 9“ erreicht mich nicht, auf keiner Ebene wirkt das mitreißend. Zieht sich aber. Wohl einfach nicht mein Genre.