Review

Was würdest du tun?


Ein Pärchen mit Problemen und Meinungsverschiedenheiten im Auto, draußen ein Schneesturm und auf der engen Straße steht auf einmal ein fremder, scheinbar verwirrter Mann... Helfen oder weiterfahren? Weiter streiten oder einigen? Zusammenarbeiten oder trennen? Polizei rufen oder aussteigen? Ignorieren oder das Bestmögliche probieren? Angst haben oder mutig sein? Sitzheizung oder Minusgrade? Blut an den Händen oder weise entschieden? Straftat oder feige? Innen- oder Außenwelt? Team oder Einzelgänger? Einheit oder Trennung? Mauern oder Brücken? Alptraum oder Realität? Abschottung oder Kooperation? Metapher oder Erfahrung? Psychopath oder arme Seele? Vorurteil oder Wahrheit? Gefahr oder Unschuld? Lehrgeld oder Luxus? Schuld oder schlechtes Gewissen? 

All diese Fragen und Möglichkeiten deuten es schon an: der Kurzfilm „Whiteout“ ist mehr, als er an der Oberfläche zeigt, mehr als nur der spannende One-Shot vom Rücksitz, bei dem jeder Schlag des Scheibenwischers einen fast zusammenzucken lässt. Neben einem klasse Thriller, ist dieser eiskalte Roadtrip natürlich auch ein Gedankenspiel, das Abbild einer Gesellschaft, die mitsamt Luxusproblemen um sich selbst kreist und arg ins Schwimmen gerät, wenn mal etwas außerplanmäßig läuft oder gar „eindringen“ könnte, wichtige Entscheidungen nicht für einen getroffen werden. Er funktioniert dabei auf beiden Ebenen, was besonders hervorzuheben ist. Bei „Whiteout“ fühlt man sich nicht nur angesprochen, sondern vollkommen involviert und fast schon unangenehm gefangen. Gefangen, sich entscheiden zu müssen. Und dann irgendwie glücklich, selbst nicht am Steuer zu sitzen, sondern auf der warmen Couch oder im Bett. Zum Nachdenken bringt einen das aber egal wo. Carpenter gefällt das sicher. 

Fazit: Klaustrophobie trifft Kälte und Spannung - sehr feiner, fieser Pulstreiber und hinterhältiger Quizmaster... 

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