Review

Der Arzt Dr. Jerome Lovell findet in einer Hütte die rund 30-jährige Nell, die ihre eigene Sprache zu sprechen scheint, da sie lediglich Kontakt zu ihrer sprachbehinderten Muter und zu ihrer mittlerweile toten Zwillingsschwester hatte. Nun versucht er gemeinsam mit der Psychologin Dr. Paula Olson, Nell in die Zivilisation einzugliedern.
Die Grund-Idee ist erst mal nicht schlecht und hat durchaus Potential, dass der Film aber größtenteils nicht ausschöpfen kann. Stellenweise ist die Story vorhersehbar, teilweise wird sie spannend oder interessant, tritt aber auch des Öfteren auf der Stelle. Die Wendung, dass die beiden Ärzte am Ende der Story zusammenkommen ist dämlich, naiv und beendet den Film klischeehaft, billig und einfallslos. Wenigstens lernt der Zuschauer ein bisschen was über die menschliche Psyche, wenn denn alles der Wahrheit entspricht, was die Personen so von sich geben. Nells Konflikt mit der Zivilisation ist da schon besser dargestellt und zeigt gut, wie primitiv und gemein unsere vermeindlich hoch entwickelte Zivilisation eigentlich ist. Dass Nell dies am Ende bei der Gerichtsverhandlung aussagt ist aber mehr dämlich und naiv, als genial. Auf die beiden Psychologen wird kaum eigegangen, sie sind einfach nur die "guten Samariter".
Jodie Foster spielt die Rolle der Nell sehr gut, dennoch nerven die Laute, die Nell von sich gibt und die Art der Darstellung, die an den Exorzisten erinnert, ich kann die Oscar-Nominierung nur bedingt nachvollziehen. Außerdem finde ich es ungeschickt, einen Hollywood-Star die Rolle der Nell spielen zu lassen, da es einfach nicht authentisch wirkt, wenn man es sieht, ich hätte eine unbekannte Darstellerin vorgezogen. Liam Neeson spielt solide.
Zusammenfassend ist Nell ein höchstens mittelmäßiges Drama, dass klischeehaft aber unterhaltsam verläuft, dessen naives und kitschiges Ende den Zuschauer aber nicht zufrieden stellen kann.

Details
Ähnliche Filme