Diese sechsteilige Mini-Serie aus dem Jahr 1982, eine deutsch-österreichisch-neuseeländische Ko-Produktion, hat sich richtig gut gehalten, wobei man schon sagen muss, dass sie sehr hochwertig produziert ist. Die Schiffe, die Kostüme, die Sets, die Ausstattung, die Musik, die gut gecasteten Rollen, das trägt schon dazu bei, dass das Geschehen erstaunlich glaubwürdig wirkt, u. a. auch weil die Schauspieler da z. B. selbst durch Sümpfe gewatet sind & so erschöpft, verdreckt & verschwitzt aussahen, weil sie eben nach den Strapazen erschöpft, verdreckt & verschwitzt waren.
Die Geschichte: Das 13jährige "Jungelchen" Jack (Patrick Bach) haut von seiner Pflegefamilie ab & schleicht sich als blinder Passagier auf die "Charming Molly", die kurz zuvor dem Freibeuter-Kapitän Sharingham (Matthias Habich) abgenommen wurde. Doch dieser erobert mit seinen Mannen, darunter Vronsky (Andreas Mannkopff) & Morris (Terence Cooper), die Molly zurück & bringt sie auf neuen Kurs, um ein Schiff abzufangen, das die "Weiße Lady", einen riesigen Diamanten, an Bord hat. Währenddessen setzt Lord-Richter Sharingham (ebenfalls Matthias Habich), Zwillingsbruder des Freibeuters, die Segel, um seinen Bruder zu stoppen. Tolle Nebenfiguren wie der "Halsabschneider" (Prince Tui Teka) auf der Insel, dessen süße Tochter (Teresa Waiariki) oder der zwielichtige Trumpet (Monte Markham) runden das Ensemble ab.
In einem Sub-Plot wird Waisenjunge Jack von Erinnerungsfetzen an die Nacht vor zehn Jahren geplagt, als er auf See in einem Feuergefecht seine Eltern verloren hat. Der Freibeuter-Kapitän war in das undurchsichtige Geschehen wohl involviert. Klar, manchmal geht mit Jack der Heißsporn durch & er tut Dinge, über die man nur den Kopf schütteln kann. Aber hey, er ist ja noch ein Kind & insgesamt ein gar nicht mal nervendes. Die Regie besorgte Sigi Rothemund. Wie es sich für einen echten Abenteuerfilm gehört, müssen unsere Helden viele brenzlige Situationen überstehen & nicht alle werden am Ende ihr Glück finden. Trotz der ca. 300 Min. Laufzeit ist Jack Holborn nie langweilig & immer aufregend, wenngleich nicht mehr ganz so aufregend, wie ich es damals als 12jähriger bestimmt empfand.