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Nach den drei direkten Fortsetzungen zu „Saw“ und den überraschend guten „Mother's Day – Mutter ist wieder da“ drehte Regisseur Darren Lynn Bousman eher Durchschnittsware, die sich mit Hang zum Musical oftmals an ein spezielles Publikum richtete. „Death of Me“ dürfte hingegen einigen Urlaubern die Lust auf eine Thailandreise nehmen.

Christine (Maggie Q) und ihr Mann Neil (Luke Hemsworth) befinden sich im Urlaub auf einer thailändischen Insel und erwachen am Morgen ihrer Abreise mit einem Filmriss. Sie sichten ein Video vom Vorabend, wo nach dem Besuch einer Bar zu sehen ist, wie Neil Christine während des Aktes im Freien umbringt und anschließend vergräbt. Auf der Suche nach Antworten gerät Christine an merkwürdige Einheimische, denen sie grundlegend nicht trauen kann…

Auf den ersten Blick gibt es wahrlich schlimmeres, als auf einer malerischen Insel festzusitzen, weil die Pässe zwecks Überfahrt verschwunden sind. Vom Partner umgebracht und verscharrt zu werden, tendiert jedoch in eine mehr als unangenehme Richtung, obgleich beiden in der Bar augenscheinlich eine dubiose Substanz in die Drinks gegeben wurde, was auf Wahnvorstellungen und Halluzinationen schließen ließe. Das erklärt jedoch nicht eine merkwürdige Halskette mit Medaillon, einen dubiosen Arzt und die wiederholten Taifunwarnungen für die Insel, auf der seit 200 Jahren kein nennenswerter Sturm mehr zu verzeichnen war.

Um die Spannung einigermaßen hoch zu halten, weiß der Zuschauer nie mehr als Christine, die von einem Fiebertraum zum nächsten zu stolpern scheint. Im Verlauf häufen sich Fragen, die durchaus Verwirrung stiften, während anderweitig vermeintlich falsche Fährten ausgelegt werden. „Wicker Man“ wird namentlich erwähnt und tatsächlich ergeben sich diesbezüglich einige Parallelen.

Die Szenerie der Insel punktet indes auf nahezu ganzer Linie, da sie einen schönen Kontrast zur alptraumhaften Situation markiert, während die wenigen, überwiegend handgemachten Gewalteinlagen nie übers Ziel hinausschießen und mit einer FSK16 konform gehen. Auch der Score passt sich treffend der beklemmenden Grundstimmung an. Darstellerisch steht Maggie Q eindeutig im Mittelpunkt und performt grundsolide, allerdings mangelt es an der Chemie zwischen ihr und Hemsworth, der mit seinen mimischen Fähigkeiten etwas limitiert daherkommt.

Bousman schafft es leider nicht, das Potential des Horror-Urlaubs voll auszuschöpfen, denn dafür fehlt es an Intensität, dem Eindruck der lebensbedrohlichen Gefahr, zumal sich einige Motive wiederholen. Dennoch punkten Situationen des zunehmenden Kontrollverlustes, einschließlich einer einigermaßen stimmigen Auflösung, die das Verwirrspiel mit nicht allzu vielen Logiklücken beendet.
6 von 10

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