Eine knusprige Prämisse und eine ungewöhnliche Entwicklung, das sind die Zutaten von Darren Lynn Bousmans „Death of me“, der bei den meisten Kritikern eher durchgefallen ist, mir persönlich allerdings überraschend gut gemundet hat.
Ein fröhliches Pärchen in Gestalt von Maggie Q und Luke Hemsworth wacht auf einer thailändischen Insel mit dem Kater ihres Lebens auf – gestern haben sie offenbar so sehr gepichelt, dass sie einen kollektiven Filmriss hatten. Passend dazu, dass für die Insel eine Sturmwarnung ausgegeben wird, verpassen sie so – nicht zuletzt weil sie keine Papiere mehr finden können – die Fähre zum Festland, um in die Heimat zurückzukehren. Down and out sitzen sie nun also auf der Insel fest und sehen sich mangels Beschäftigung ihre Urlaubsbilder an, um dann auf der Kamera ein stundenlanges Video zu finden, in dem sie sich A) in einer ominösen Kneipe den Kopf wegsuppeln, B) er sie im Vorgarten quasi vergewaltigt und sie C) im Anschluss erwürgt und im Beet verscharrt.
Dazu passt, dass sie im Anschluss im Bad nun Erde hervorwürgt, nicht dass sie immer noch am Leben ist.
In der Folge haben die beiden also nun schwer mit Misstrauen zu kämpfen, wissen nicht so recht, wo sie das Medaillon her hat, welches ihr um den Hals hängt (und das ihr bei jeder Gelegenheit und bei jedem Verlust wiedergebracht wird) und warum sie beide auf der Insel so freundlich behandelt werden. Ach ja, und schwanger ist Maggie nun auch plötzlich.
Daraus erwächst ein zunehmend unheimliches Mysterium, denn es gesellen sich Visionen von untoten Inselbewohnern hinzu, weitere Aussetzer und eine zunehmend unkontrollierbare Atmosphäre.
Wer so etwas mag, hat sicher einen schönen Abend, denn die entnervende Ausweglosigkeit macht den Film fortan immer zwingender, ergänzt durch die eine oder andere schön schmoddrige Aufnahme, die auch keine Verwandten kennt.
Das alles dreht sich mit zunehmenden Wind in eine Richtung, die wir auch schon von „The Wicker Man“ kennen, allerdings mit dem Unterschied, dass die bisweilen frustrierende Zuspitzung in einen Höhepunkt mündet, der ein wenig radikaler ausfällt, als man das erwartet hat – aber Bousman dreht den Hahn überraschenderweise komplett auf, anstatt ihn erwartbar am Ende zuzudrehen, was das Gesamtergebnis erfreulicher als den Standard macht.
Mit viel Tempo und zum Glück nur zeitweisen Füller-Ärgernissen war der Film eine positiveren Überraschungen bei der Abarbeitung kleiner Horror-Tipps und lebt auch stark von der Exotik und dem Fish-out-of-Water-Feeling, dass andeutet, dass man sich in einer Falle befindet, deren Motiv lange nicht ganz klar wird.
Für mich erfreuliche 7/10, nicht zuletzt aufgrund der Hauptdarstellerin.