Review

iHaveCNit: A Quiet Place 2 (2021) - John Krasinski
Deutscher Kinostart: 24.06.2021
gesehen am 01.07.2021 in Dolby Atmos
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kinosaal 1 - 20:30 – Reihe 8 Platz 12

Nach 8 Monaten Wartezeit, die sich für mich wie eine unerträglich lange Zeit angefühlt haben, haben die Kinos endlich wieder geöffnet. Das war Grund genug für mich, mir natürlich auch Gedanken darüber zu machen, mit welchem Film ich das Comeback des Kinos feiere. Da kam mir aus den aktuellen Kinostarts genau ein Film zurecht in den Sinn, der bereits im März 2020 in die deutschen Kinos kommen sollte – Die Fortsetzung von John Krasinskis „A Quiet Place“ aus dem Jahre 2018, der sich direkt damals in meine Top10 des Jahres katapultiert hat. Dieses immersive Erlebnis eines Horror- bzw. apokalyptischen Survivalthriller hat mich in seiner Konzeption und Inszenierung sowohl handwerklich als auch schauspielerisch komplett überzeugt. Umso gespannter war ich nun, ob mir der 2. Teil nun ein ähnliches Erlebnis beschert hat. Nur soviel – Das Warten hat sich gelohnt und ich hätte mit keinem besseren Film aus der Zwangspause heraus starten können.

Nachdem die Familie Abbott nach persönlichen Verlusten eine Waffe im Kampf gegen die phonosensitiven Jäger gefunden hat, muss sie leider von der dadurch unbewohnbar gewordenen Farm ins Ungewisse aufbrechen. Dabei begegnen sie Emmett, einem alten Bekannten der Familie.

Mehr möchte ich an dieser Stelle auch nicht über die Handlung des Filmes verlieren, da durchaus Spoiler zu sowohl Teil 1 als auch Teil 2 enthalten sein können. John Krasinski fängt in Teil 2 genau da an, wo er bei Teil 1 aufgehört hat – sowohl inszenatorisch als auch bei der Handlung. Wie ich bereits oben erwähnt habe, gefällt mir das immersive Erlebnis aus Teil 1 besonders gut. Diese Form des visuellen Erzählens durch Schauspiel und audiovisuelle Gestaltung, das mitunter auch noch ordentlich an der Spannungsschraube dreht, aber auch noch genug Zeit findet, minimalistisch effektiv auf den Punkt den Charakteren und deren Emotionen Raum zu geben ist großartig. Und genau das findet sich bei Teil 2 wieder. Man mag sich die Frage stellen, ob ein großartiges Survivalkammerspiel wie „A Quiet Place“ überhaupt eine Fortsetzung nötig gehabt hat – diese Frage kann ich für mich auf jeden Fall mit einem „Ja“ beantworten. Dafür eignet sich ja bereits die Struktur des Films, der in einem Prolog und dem danach folgenden Hauptteil der Handlung unterschiedliche Tage und Zeiträume von wichtigen Schlüsselmomenten abdeckt. Und dort werden sich auch nach Teil 2 sicherlich noch genug interessante Schlüsselmomente ergeben, die erzählt werden können. In Teil 2 bekommen wir zwar weniger das auf einen Schauplatz komprimierte Kammerspiel, dafür aber viele abwechslungsreiche Sequenzen, die sowohl emotionale Tragweite als auch stark inszenierte Spannungsmomente liefern. Dass ich hier natürlich auch das Schauspiel von Emily Blunt, Millicent Simmonds, Noah Jupe und John Krasinski großartig finde ist selbstverständlich – darüber hinaus ist aber auch ganz klar die Darstellung von Cillian Murphy ein großer Gewinn und es ist schön, dass sein Charakter auch sehr viel Raum bekommen hat. Dass ein dritter Teil in Aussicht ist, gefällt mir sehr und wenn dieser so gut wie seine Vorgänger ist, kann das nur großartig werden. Bei dem zweiten Teil hat mir jedoch noch das gewisse Etwas gefehlt, dass in der Unerwartbarkeit liegt. So war die Erfahrung des Films durchaus bereits etwas routiniert und ich wusste in etwa, was mich hier erwarten könnte.

„A Quiet Place 2“ - My First Look – 9/10 Punkte.

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