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Das stille Örtchen geht in die zweite Runde und natürlich wird das interessante Konzept beibehalten, dass es Leuten mit Kegelklubmentalität rasch an den Kragen geht, während die Stillen länger überleben. John Krasinski führte erneut Regie und konzipierte das Drehbuch, welches sich auffallend auf parallel ablaufende Handlungsstränge konzentriert.

Evelyn (Emily Blunt) muss mit ihrem Neugeborenen und den beiden Kindern (Millicent Simmonds und Noah Jupe) nach der Invasion von Alienmonstern einen neuen Unterschlupf suchen und stößt in einer Fabrikhalle auf Emmett (Cillian Murphy), den die Familie noch aus der sorglosen Zeit im Ort kennt. Zunächst verweigert Emmett jede Hilfe, doch dann muss sich die Gruppe zwangsläufig zusammenraufen…

Krasinski geht klug an die Fortsetzung heran, indem die Erzählung zunächst bei Tag 1 ansetzt, bevor er bei Tag 474 landet. Wie die Invasion während eines Baseballspiels einsetzt und die Bevölkerung schon mal ordentlich durcheinander gewirbelt wird, setzt in Sachen Atmosphäre und Action Akzente und die wesentlichen Figuren werden so eingeführt, dass sie auch ohne Kenntnisse des Vorgängers ein taugliches Profil erhalten.

Die größtenteils gelungene Endzeitstimmung wird durch die Wahl düsterer und zumeist verlassener Orte wie Hafen, Brücke oder Industriegelände untermauert, während es regelmäßig zu Belagerungszuständen kommt und absolute Stille gefragt ist, da die blinden Monster ausschließlich auf Geräusche reagieren (wodurch sie theoretisch jeder Krähe hinterher steigen müssten). Das Timing ist effektiv und lediglich im Mittelteil tun sich minimale Längen auf, die sich spätestens beim tempogeladenen Showdown relativieren.

Obgleich die Bedrohung etwas zu häufig in Nahaufnahme zu sehen ist, wodurch ihr ein wenig vom allgemeinen Schrecken genommen wird, sind die Viecher recht ordentlich animiert, wobei sie lediglich am Rande blutig zuschlagen, was die FSK16 locker rechtfertigt. Auf darstellerischer Ebene hat Millicent Simmmonds diesmal deutlich mehr Screentime als beim Vorgänger und kann die Eigenschaften der stummen Regan sehr gut in den Mittelpunkt rücken, während Emily Blunt als Mutter ein wenig in den Hintergrund rückt. Dafür punktet Cillian Murphy mit starker Präsenz und einigen Facetten, die seine undurchsichtige Figur bis zuletzt spannend erscheinen lassen.

Wer also den ersten Teil mochte, wird sich nur bedingt über die Abnutzungserscheinungen der soliden Prämisse beklagen können, denn aus ihr bezieht der Stoff immer noch einen Großteil seiner Spannung, was die Fortsetzung unterm Strich absolut sehenswert gestaltet.
7,5 von 10

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