In X-Men: New Mutants geht es um eine Gruppe junger Mutanten, die nach traumatischen Ereignissen in einer abgelegenen psychiatrischen Einrichtung festgehalten werden – angeblich zur eigenen Sicherheit. Jeder von ihnen trägt ein dunkles Geheimnis mit sich herum, und im Verlauf des Films wird deutlich, dass in dieser Einrichtung etwas ganz und gar nicht stimmt. Visionen, Albträume und übernatürliche Erscheinungen machen ihnen das Leben zur Hölle. Bald wird klar: Hier geht es nicht nur um das Training von Fähigkeiten – sondern ums nackte Überleben.
Was bei New Mutants sofort auffällt: Das ist für das Marvel-Universum ein ziemlich ungewöhnlicher Beitrag. Hätte man den Titel „X-Men“ weggelassen, hätte der Film genauso gut als eigenständiger, düsterer Mystery-Horror-Streifen durchgehen können. Und genau das macht ihn für mich so interessant. Keine bunte CGI-Schlacht, kein klassischer Marvel-Humor – stattdessen bekommt man einen düsteren, fast klaustrophobischen Film mit Horror-Elementen, psychologischem Druck und viel Atmosphäre.
Die Darsteller machen ihre Sache durchweg gut – allen voran Anya Taylor-Joy, die hier eine besonders markante Rolle spielt. Sexy, abgeklärt, unnahbar – sie sticht absolut hervor und zeigt früh, warum sie später in der Filmwelt noch so richtig durchstarten würde. Auch die anderen Figuren überzeugen – jeder hat seine eigene Story, eigene Dämonen, mit denen er oder sie zu kämpfen hat. Und genau das macht es spannend: Man sympathisiert mit einzelnen Charakteren, leidet mit ihnen oder ist von manchen genervt – aber langweilig wird’s nie.
Was mir besonders gut gefallen hat, sind die Effekte. Gerade die Slenderman-artigen Wesen – diese gesichtslosen Mannequins – sind wirklich unangenehm creepy inszeniert. Man merkt, dass der Film deutlich mehr auf Atmosphäre setzt als auf Action. Das ist für einen Marvel-Film nicht selbstverständlich, aber sehr erfrischend. Es gibt zwar großes Endkampf-Gewitter, aber mit komplett anderem Flair als in typischen Marvel-Produktionen.
Fazit
New Mutants ist ein kleiner Außenseiter im Marvel-Kosmos – aber ein verdienter. Gerade weil er so untypisch, düster und eigenständig ist, bleibt er im Gedächtnis. Für mich ist das eine willkommene Abwechslung vom üblichen Marvel-Einheitsbrei und hätte definitiv öfter passieren dürfen. Der Film zeigt, dass Superheldenfilme nicht immer gleich aussehen müssen.