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Der aufrichtige und schüchterne Programmierer Paul Hackett lernt eines Abends in einem Café die attraktive Marcy kennen, verabredet sich mit ihr und besucht sie am gleichen Abend im New Yorker Künstlerviertel in Manhattan. Schon die Taxifahrt dorthin wird zum Abenteuer, da Paul sein Geld verliert. Doch dann gehen die Probleme erst richtig los. In einer Folge unglaublicher, zunehmend bizarrer werdender Ereignisse strauchelt Paul im Verlauf dieser einen Nacht durch Bars und Etablissements, Apartments und Clubs, verwickelt sich immer mehr in die Schicksale der dort lebenden Menschen, um schliesslich von einer aufgebrachten Meute durch Soho gehetzt zu werden ...


Der Albtraum des kleinen Mannes, der in eine Welt jenseits seiner Vorstellungskraft eintritt: die der Kreativen und Lebenskünstler, der Nachtschwärmer und Randexistenzen. Eine Welt voller Kontraste und Widersprüche, Lebenslust und Gefahr. Alles scheint sich gegen ihn, der eigentlich nur nach Hause möchte, verschworen.

Mit dieser dunklen Komödie lieferte Martin Scorsese den Beweis, dass er ein feines Händchen für absurde Paranoiafilme hat. Diese nachtschwarze Odyssee durch den Stadtteil Soho in Manhattan in New York hat eine dichte Atmosphäre, eine exzellente Besetzung, allen voran Griffin Dunne, ein Drehbuch, dass die Zuschauer immer mehr in einen packenden Strudel, aus dem es kein Entkommen gibt, hineinzieht und ein visueller Stil, der, wie Scorsese in einem Interview erklärte, von Dario Argento beeinflusst worden ist. “After Hours“ ist Scorseses europäischster Film, auch weil er hier zum erstenmal mit dem ehemaligen Fassbinder-Kameramann Michael Ballhaus zusammenarbeitete.

Scorsese ist einer der wenigen Regisseure, dem es mit seinen Filmen gelungen ist, die Magie der nächtlichen Grossstadt perfekt in Bilder umzusetzen (“Bringing Out The Dead, “Taxi Driver“ und eben “After Hours“). Hat zu Beginn des Filmes die Gegend noch Charme, wird sie gegen Ende immer bedrohlicher.

Einige der SchauspielerInnen in diesem Film wurden später ziemlich bekannt (Linda Fiorentino, Will Patton, Bronson Pinchot), die anderen sind etablierte Leute wie Griffin Dunne (der coole Zombie aus John Landis’ “An American Werewolf In London“), der Horror-Cult-Star Dick Miller, die Kifferbrüder Cheech & Chong, Gangster-Darsteller Victor Argo, Rosanna Arquette (Patricias und Davids ältere Schwester), John Heard, Teri Garr und Catherine O’Hara.
Cameo: Martin Scorsese sieht man als Beleuchter der Szenen im Punkclub “Berlin“.

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