Staffel 1
Unglaublich aber Narr
Für eine hochwertige und (hoffentlich) kreative Genre-Anthologie-Serie bin ich immer bereit - und „Amazing Stories“ war der Versuch von Apple+ auf diesen (im besten wie schlechtesten Fall) abgefahrenen Zug aufzuspringen. Wirklich gelungen ist das nicht, die Serie wurde nicht verlängert und auch sehr durchwachsen rezipiert. Aber lag das an der Qualität der fünf Episoden? Oder hätte ich persönlich davon gerne mehr gesehen? Let Me Check This Out - zwischen Zeitportalen, magischen Comicringen und charakterverändernden Komas…
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THE CELLAR
7/10
Ein junger Mann wird durch ein kellertiefes Zeitportal in die Vergangenheit geworfen, wo er die Liebe seines Lebens kennenlernt…
Ein solider Beginn. Hochwertig, dramatisch, recht romantisch. Mit einigen Wendungen, Überraschungen, Drama und Herzschmerz. Man meint das Konzept gut zu kennen… Aber Kleinigkeiten können entscheidend sein!
THE HEAT
3,5/10
Zwei beste Freundinnen und Läuferinnen, ein tödlicher Auto-Hit&Run, eine Aufgabe nach dem Tod…
Ziemlicher Absturz. Pathetisch, kitschig, daneben, übereilt, flach. Überhaupt nicht meins. Keine Ahnung, wie das grünes Licht für diese Anthologie bekommen konnte… Von einem Spielberg! Öde. Im besten Fall.
DYNOMAN & THE VOLT!
6,5/10
Eine recht süße Großvater-Enkelsohn-Geschichte über einen magischen Superheldenring aus einem Comic, der mysteriöserweise 60 Jahre nachdem er bestellt wurde ankommt…
Eine Ode an Opas. Und Superhelden. Und Robert Forster. Dafür Respekt! Nicht spektakulär. Leichte „Unbreakable“-Vibes. Aber das Herz ist da, wo es hingehört…
SIGNS OF LIFE
4,5/10
Die Mutter einer jungen Frau erwacht nach vielen Jahren endlich aus dem Koma - ist aber irgendwie nicht mehr dieselbe wie vorher und hat u.a. ganz neue sprachliche Fähigkeiten…
Cheesy, breezy, generisch. Ziemlich austauschbarer Quatsch. Einigermaßen nette Mutter-Tochter-Beziehung. Aber ansonsten erzählerisch und emotional eher in den 90s verhaftet, nicht den aktuellen Standards entsprechend.
THE RIFT
4,5/10
Schon wieder ein „Zeitportal“… Diesmal stürzt ein Pilot aus dem zweiten Weltkrieg in unsere Zeit und vor die Füße einer alleinerziehenden Stiefmutter…
Wieder recht unspektakulär, schwülstig, kitschig, abgenutzt und vorhersehbar. Naiv und not amusing. Und das Ende habe ich als extra unbefriedigend aufgenommen… Sehr mäßig. Wie lange 50 Minuten sein können…
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Fazit: würde „Okaye Stories“ besser passen?! Teils nichtmal das. Apple+ hat hier definitiv nicht auf Gold gehauen, sich viel zu wenig getraut und ebenso an Spannung, Kreativität und Innovation gespart für solch ein Genrebouquet, diese Möglichkeiten und Produzenten. Ernüchternd. Wirkt wie zahmer und lahmer Ausschuss besserer Konkurrenz… (5/10)