Schade, schade kann man einleitend nur sagen, den bei diesem sehr ordentlichen TV-Tierhorror wär mit ein bisschen Mut zu mehr Tempo und Härte ein höhere Bewertung drin gewesen.
Die Geschichte um genmanipuliete Ratten, die in New York Menschen wegnagen, ist natürlich nichts Neues und das Ganze würde auch noch passen, wären die Ratten irgendwelches anderes krabbelndes Viehzeugs.
Auch die Figuren hat man so schon zigmal vorher gesehen. Der Sunnyboy Kammerjäger (zeigt mir mal einen der wirklich so aussieht) trifft auf die gutaussehende Sicherheitsbeauftragte eines Kaufhauses, natürlich geschieden und mit 10-jähriger Tochter (da ist schon klar was dabei rauskommt). Sein Partner ist logischerweise schwarz (was auch sonst) und die Oberen der Stadt wollen mal wieder nichts wissen von der drohenden Gefahr, ist ja auch just ne große Messe in der Stadt und bald darauf ne wichtige Preisverleihung. Also müssen Jack (der Kammerjäger) und Susan (die Sicherheitsfrau) die Biester im Alleingang platt machen...
John Lafia (Child's Play 2, Man's Best Friend) inszeniert das Ganze für eine TV-Produktion unerwartet gut. Besonders die Szenen in denen die Ratten vorkommen schauen ordentlich aus, da man hier fast ausschließlich auf echte Tiere zurückgegriffen hat und CGI nur vereinzelt zum Einsatz kommt. Lediglich bei den Massenszenen mit Tausenden von Tieren und bei den Angriffen auf die Menschen kommt der Computer zum Einsatz, aber auch das ist in Ordnung, denn die Ratten aus dem Rechner sind überraschend gut gelungen.
Leider, leider sind die Angriffe der Viecher viel zu selten. Wenn der dicke Hausmeister von Susan am Anfang dran glauben muss ist die Erwartungshaltung recht groß, denn sein Ableben ist wirklich geil gemacht. Danach kommt dann aber bedauerlicherweise nicht mehr viel. Ein Angriff auf Kinder im Schwimmbad bei dem nichts passiert (fraglich bleibt auch wo die ganzen Ratten plötzlich hin sind, als ein Schnitt später die Polizei neben den Kindern am Beckenrand steht, welches eben noch bis zum Anschlag voll war mit Tieren, nun aber total leer ist) und eine Attacke auf einen U-Bahn Wagon, bei der aber auch nicht viel geschieht. Und das ist dann auch einer der Hauptkritikpunkte, denn Tierhorror braucht nun mal menschliche Opfer. So verschenkt der Film hier viel von seinem Potenzial, da die wenigen Angriffe ja wirklich nicht schlecht gemacht sind. Auch wenn die Figuren durch dunkle Schächte kraxeln und in alten Häusern rumlaufen huschen zwar immer wieder Ratten durchs Bild, aber keines der Biester startet mal eine Attacke. Das ist dann doch etwas unglaubwürdig, da kommt das Futter schon freiwillig zu einem, aber keiner hat Lust zuzubeißen.
Trotzdem ist der Film sehr ordentlich runtergekurbelt. Kamera und FX liegen deutlich über TV-Produktions Niveau und auch die Schauspieler sind absolut in Ordung. Die Geschichte ist natürlich voller Klischees, aber in einem erträglichen Rahmen und insgesamt durchaus unterhaltsam. Umso ärgerlicher also, dass bei Action und Attacken der Ratten so stark zurück gesteckt wird. Ein höherer Bodycount und etwas mehr Blut (ohne das hier jetzt irgendwelche Körperteile durch die Gegend fliegen sollen) wäre wirklich wünschenswert gewesen. Spannung kommt trotzdem hin und wieder auf, auch wenn es eigentlich nie wirklich bedrohlich wird. Schade, schade kann man abschließend nur sagen. (5,5/10)