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Beim Thriller über einen Serienkiller, der seine Opfer nicht nur einfach umbringt, sondern eine Form von Ritualmord inszeniert, denkt man schnell an populäre Vorbilder wie „Schweigen der Lämmer“ oder „Sieben“. Der spanische Regisseur Daniel Calparsoro orientiert sich nicht nur visuell merklich daran, doch das Ratespiel um den Killer erhält bereits nach kurzer Zeit einen deutlichen Dämpfer.

Seit zwanzig Jahren sitzt der vermeintliche Killer Tasio hinter Gittern, doch nun versetzt ein weiterer Doppelmord die Stadt in Angst und Schrecken. Wie damals wurden beim Anblick der Leichen Vergleiche zu Adam und Eva bemüht und der ermittelnde Cop Unai kommt nicht umhin, Tasio zu den Parallelen zu befragen…

Die Inszenierung des ersten Mordes schürt durchaus die morbide Lust auf einen garstigen Genrebeitrag, als der Übeltäter geübt zu einem Röhrchen mit Bienen greift und diese seinen Opfern über eine spezielle Maske oral verabreicht. Die beiden einander nicht bekannten Opfer waren zwanzig Jahre alt, während damals ebenfalls jeweils gleichaltrige Opferpaare am Tatort drapiert wurden. Der scheinbar klare Fall eines Trittbrettfahrers.

Dem Ermittler Unai werden zwar eine Partnerin und eine Vorgesetzte zur Seite gestellt, doch neben dem fast schon obligatorischen Klischee des Trauer-Traumas ist neben einer angedeuteten und gleichermaßen unbedeutenden Affäre kaum eine Chemie zwischen den Figuren auszumachen, was deren Interaktionen relativ dröge, beinahe hölzern erscheinen lässt.
Halbwegs interessante Nebenfiguren wie der Großvater auf dem Land oder Jugendfreunde kommen indes deutlich zu kurz.

Aber auch die Ermittlungsarbeiten kommen nur zögerlich voran. Zwar ist nach einer Viertelstunde ein erster Verdächtiger auf der Flucht und auch im Verlauf kommt es zu kurzen Temposzenen, doch das Miträtseln um die Identität des Killers wird bereits im ersten Drittel jäh beendet, - danach geht es nur noch um das Motiv, was weitaus weniger spannend ausfällt. Immerhin gibt es diesbezüglich noch einen düsteren Hintergrund und der Showdown lebt vom guten Timing, zeichnet sich allerdings auch durch eklatante Unwahrscheinlichkeiten aus.

Den durchaus gefälligen Sets und den hübschen Landschaftsaufnahmen stehen Mimen gegenüber, die darstellerisch kaum über Mittelmaß hinauskommen und die insgesamt wenig Ausstrahlung mitbringen. Auch vom Score bleibt nichts hängen, wogegen die Kamera durchweg sauber arbeitet und insbesondere bei einer Hatz quer durch eine Kathedrale eine ordentliche Dynamik erzeugt.

Dennoch erzeugt die Geschichte zu selten Spannung, irgendwann wiederholen sich die Abläufe der Ritualmorde und während das Gesicht des Killers deutlich zu früh enttarnt wird, sorgen einige Nichtigkeiten wie unbeholfen gespielte Erotikszenen für einige Durchhänger.
Die wenige Action ist solide inszeniert, der Showdown fällt zumindest auf dramaturgischer Ebene passabel aus, doch über austauschbaren Stoff kommt das Werk unterm Strich nicht hinaus.
5 von 10

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