Review

Staffel 1


Nordlight Zone

Die neue norwegische Netflix-Anthologie „Bloodtur“ würde eher in den Oktober passen, werden doch ganz klassisch sechs nicht zusammenhängende Kurzgeschichten erzählt, die einem im besten Fall alle einen Schauer über den Rücken laufen lassen sollen. Das wird zwar kaum erreicht, doch genug Wendungen, zu unterstützende Kreativität und ein grundsätzlich solides Produktionsniveau helfen den weirden Geschichten zumindest genug, um für mich als Anthologiefan einige wunde Punkte anzudrücken... Keine Must-See-Reihe, aber ein Nice Try von unseren nordischen Nachbarn. 

Opferbereitschaft 
6,5/10
Ein glücksbringender, im Wald versteckter Opferstein aus der Wikingerzeit bringt eine Mutter in Versuchung und Schwierigkeiten... 
Sehr solider, atmosphärischer Beginn irgendwo zwischen „The Lobster“ und „Midsommar“. Etwas flott, etwas schnelle Charakterentwicklung, etwas vorhersehbar für Genrefans - dennoch eine gelungene Moralgeschichte... Und viele süße Tiere! 

Drei kranke Brüder 
4,5/10
Ein frisch aus der Nervenheilanstalt entlassener Mann unternimmt mit seinen zwei wilderen Brüdern einen Ausflug in die abgelegene Waldhütte der Familie...
Noch vorhersehbarer als die erste Geschichte, jedoch retten gute Darsteller das Ganze zumindest noch vor einem echten Reinfall. Aber das hat man einfach schon viel zu oft gesehen. Blass. 

Schlechter Autor
5,5/10
Eine junge, süße, verwöhnte Autorin lernt, dass ihr Leben vielleicht nicht ganz so unberechenbar und selbstgesteuert ist, wie sie gedacht hat...
Kreativ, komisch, unvorhersehbar, hätte man aber noch mehr draus machen können. Leider nur mit Unsympathen besiedelt... 

Rattenfalle
5,5/10
Ein fröhliches Geschäftsessen wird zu einem Spiel aus Paranoia, Neid und Gier als der Prototyp der Firma aus dem Safe gestohlen wird...
Erinnert ein wenig an „You“ trifft „The Invitation“. Kaum spannend, wieder keine netten Figuren am Start. Schade. Simpel und seicht. Geht aber noch klar. 

Die alte Schule
4/10
Die alten Sünden in einer neueröffneten, ländlichen Grundschule brechen auf und eine junge Lehrerin aus der Stadt wird mit diesen konfrontiert... 
Eine klassische Ghoststory - aber natürlich mit Twist. Viel, viel, viel zu basic. Langweilig. Immerhin am ehesten dem Horrorgenre verschrieben und ich finde die Hauptdarstellerin sehr süß. Immerhin. Dennoch ein Tiefpunkt. 

Scheuklappen
7,5/10
Eine tierische, absurde Kostümparty einer Firma gerät außer Kontrolle als zwei neue Mitarbeiter auf eigene Faust einen seltsamen Selbstmord untersuchen... 
Von Mobbing, Alkohol, Betriebsparties, Benehmen und, wie bei eigentlich jeder Episode, fiesen Überraschungen. Die für mich unterhaltsamste und witzigste, böseste und brutalste Folge. Schöne Schluss. 

Fazit: generische Gruselgeschichten aus dem hohen Norden - in Ordnung. Leider nie viel mehr. Mit Steigerung gerne mehr davon. (6/10)

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