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Die Wiederholungstäter Michael und Gerald Crum lassen die Puppe Anna auferstehen und schaffen es, diese nicht einmal zu zeigen, geschweige denn, sie auch nur zu erwähnen. Stattdessen kopieren sie Sequenzen aus den schlechtesten Horrorbillos der 80er, wähnen sich selbst aber auf dem Niveau von „Tanz der Teufel“.

Die Nerds Jacob und Shawn, die nach wie vor auf Geisterjagd gehen, kooperieren neuerdings mit weiteren Gleichgesinnten. In einem verwaisten Vergnügungspark wollen sie die Wurzel des Bösen kappen, doch sie haben die Rechnung ohne die Dämonischen gemacht…

Die Filmbrüder Crum haben seit ihrem letzten Versuch nichts hinzugelernt, was bereits die ersten ungelenken Bilder einer eigentlich klassisch angelegten Ausgangssituation belegen, als eine Frau auf dem Waldboden kriecht, bevor eine blutverschmierte Hand ihr Schicksal besiegelt. Danach offenbart sich für einige Minuten eine weitere eklatante Schwäche: Unbeholfen chargierende Mimen mit grenzdebilen Dialogen auf dem Niveau eines Zehnjährigen, dem man versehentlich Aufputschmittel eingeflößt hat.

Der Vergnügungspark besteht letztlich aus einer entfernten Ansicht, wohl aus irgendeinem Archiv entnommen. Tatsächlich ist kein einziges Fahrgeschäft zu sehen, eher dürfte es sich um einen spärlich ausgestatten Bauernhof handeln, auf dem in regelmäßigen Wechsel eine Nebelmaschine zum Einsatz kommt. Ohne ersichtlichen Grund wird die Gruppe getrennt und mit einigen Dämonen konfrontiert, - natürlich recht beliebig zusammengewürfelt und ohne erkennbaren roten Faden.

Immerhin taugen einige Masken, das Make-up arbeitet brauchbar, nur einige wenige wirken unfreiwillig komisch. Wenn die Nebelmaschine zwischendurch wegen Überhitzung pausiert, müssen es Rotfilter richten, was der Atmosphäre allerdings kaum dienlich ist. Genauso wenig wie einige hektisch editierte Blutinserts, die wohl anstelle von Splattereffekten verwendet wurden. Irgendwie muss ja das kaum vorhandene Budget kaschiert werden, weshalb irgendwann der Satz fällt: „Lace ist dort drüben in der Menge!“ In der nächsten Szene sieht man besagte Person, einsam auf einem Rasen stehend.

Dass die Mimen nichts drauf haben, offenbart sich spätestens, wenn man bei einer Heulszene nur den Hinterkopf präsentiert, während andere ihr Gesicht verrenken, als würden sie während des Laberns auf einer Zitrone herumbeißen. Folgerichtig gab sich die Synchro keine sonderliche Mühe, trotz deutlicher Lippenbewegungen wurden manche Äußerungen erst gar nicht bearbeitet.

Zwar wird der Stoff nach einem zähen Einstieg einigermaßen flott vorgetragen, doch einen erkennbaren Sinn ergibt das Treiben nur äußerst bedingt. Zudem möchte man witzig sein, was jedoch nur selten durchschimmert und noch seltener zündet. Die Fortsetzung zu einem Puppenhorror ohne Puppe knüpft relativ nahtlos an die dilettantische Qualität des Vorgängers an und bietet Budenzauber auf Anfängerniveau, den man sich komplett ersparen kann.
3 von 10

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