Einmal mehr untermauert jemand mit seinem Regiedebüt, dass manche Leute weder zum Drehbuchschreiben noch zum Filmemachen berufen sind. Regisseurin Lilly Heart Marriott versucht sich mit einem Budget von 300.000 Kanadischen Dollar an etwas Zukunftsmusik und scheitert bereits an ihrer wirr konstruierten Geschichte, die jede Möglichkeit zum Mitfiebern im Keim erstickt.
Im Jahre 2165 ist die Erde mit über 11 Milliarden Menschen überbevölkert, ein Großteil lebt aufgrund einer Viruserkrankung in Randgebieten. Ethan ist derweil auf der Suche nach seiner Schwester Mai-Li, die ebenfalls infiziert scheint. Um an einen geeigneten Impfstoff zu gelangen, muss Ethan sich im Untergrund bewegen…
In Randgebieten von Vancouver gedreht, taugen die Sets zwar größtenteils für eine dystopische Kulisse, doch die schlichten Kostüme und das billige Make-up in Form breiter Striche im Gesicht sehen allenfalls wie der Versuch einer Variante von „Mad Max“ aus. Und prompt dauert es nicht lange, bis die Antagonistin in Form einer ruchlosen Krankenschwester in Lack und Leder um die Ecke kommt. Was die eigentlich anvisiert, wird lediglich in den letzten Einstellungen angedeutet, während Ethan die meiste Zeit über durch die Gegend läuft, sich um einen Jungen, seine Mutter und die Schwester kümmert, regelmäßig mit einer Waffe bedroht wird, aber eigentlich nie einer Gefahr ausgesetzt ist.
Was es mit einem Bio-Chip, besonderen Fähigkeiten, einer Umsiedelung zum Mars und Wiederbelebung toter Körper auf sich hat, wird derweil nie geklärt, da es sich um jeweilige Behauptungen handelt, die allesamt im Sande verlaufen. Die drei, vier wahllos gesetzten Kopfschüsse per CGI wurden wahrscheinlich nur eingebaut, damit überhaupt etwas Gewalt vorzufinden ist. Die Action in Form schwach choreographierter Kämpfe zum Finale wird ebenfalls zunichte gemacht, da zeitgleich eine Frau zu schicksalsschweren Streicherklängen über die Epidemie sinniert, - mehr Kontraproduktivität geht nicht.
Dass die Mimen keine Leuchten sind und manche gar in peinlichen Mummenschanz abdriften, reiht sich in die teils amateurhafte Ausführung ein, bei der ein hakeliger Schnitt und eine oftmals unsichere Kamera die Optik bestimmen. Storytechnisch erfolgt der endgültige Genickbruch mit dem weitgehend offenem Ausgang, dem überdies eine unbefriedigende Tendenz anhaftet.
Die gerade einmal 77 Minuten Laufzeit erscheinen gefühlt deutlich länger, von spannenden Einlagen, klugen Dialogen und cleveren oder gar fundierten Hintergründen ist man weit entfernt. Ein Film am Rande der Zumutung.
2 von 10