Review

Special Air Patrol 22


DVD-Cover

Eine Gruppe australischer Freiwilliger meldet sich für den Einsatz im Vietnam-Krieg. Sie sehen in dem Krieg vor allem eine sportliche Herausforderung oder auch ein Sprungbrett für eine Karriere beim Militär. Angesichts der Brutalität und des Chaos, dem sie begegnen, geht es ihnen bald nur noch ums Überleben. Besonders dank des Kameramanns, der als Dokumentarist in Vietnam tätig war, bietet der Film eine Realistische Schilderung der Zustände in jenem Krieg.

Puh…

Also nach dieser Inhaltsangabe, weiß ich echt nicht wie ich anfangen soll…

Vielleicht so:

 Die meisten Menschen, die von einem Film enttäuscht sind, sind dies aufgrund falscher Informationspolitik. Die Verfasser solcher Cover-Texte sind sehr oft der Meinung, dass man den Film nicht an den Mann bringen kann, wenn man den Film einfach so umschreibt, wie er ist. Fakt ist, der Film passt nicht zu den anderen 3 Filmen der DVD-Collection 4 in War. Deshalb wurde der Film so umschrieben, dass er in den Kontext passt.

 Special Air Patrol 22 ist ein Film, der den Alltag im Camp der australischen Einheit umschreibt und NICHT den Krieg an sich. Der Film ist eine Dramödie, mit klarem Schwerpunkt auf der positiven Seite.

 Der Film zeichnet anfangs den Eindruck, dass die Einheit den Krieg nicht so recht ernst nimmt, und auch nicht ernst nehmen kann. Denn direkten Feindkontakt, hatten die Soldaten noch nicht. Ein Mörserbeschuss, bei denen auch Verluste zu beklagen sind, holt die Männer in die Realität zurück. Dieser Mörserbeschuss ist dann auch nur ein Fakt, keine ausladende Actionszene. Es knallt ein paar Mal, und dann wird dem Zuschauer das Ergebnis präsentiert. Die toten Soldaten sind dabei oft ausladend geschminkt, sodass dem Betrachter das Ausmaß des Schreckens schnell bewusst wird. Diese Konsequenz hält der Film auch bei, das Ergebnis steht ganz klar, vor der Action.

 Wenn der Film insgesamt auf 5 Minuten Schusswechsel bzw. Action kommt, ist dies schon sehr großzügig geschätzt. Die Action ist dann auch recht distanziert, und bietet kaum wirkliche Schauwerte. Wenn geschossen wird, sind dies nur kleine Scharmützel die schon nach einer Minute, vorbei sind. 

 So ist der Film recht episodenhaft. Es gibt außer: 
Soldat geht in den Krieg ? Soldat leistet seinen Wehrdienst ? Soldat verlässt den Krieg
,keinen roten Faden.

 Stattdessen werden immer wieder Szenen im Camp geschildert. Es wird Karten gespielt, Bier getrunken, es gibt Schlägereien unter Männern, und es wird eine Wichsmaschine für den Pater konstruiert. Die Allgemeine Heiterkeit wird dann immer wieder von harten Schicksalsschlägen durchbrochen, die auch manchmal privater Natur sind. 

 Mein persönliches Highlight des Films ist der von den Soldaten inszenierte Kampf eines Skorpions, mit einer Spinne, der in einer riesigen Schlägerei endet.

 Was der Kameramann für eine spezielle Leistung erbracht hat, ist mir ein völliges Rätsel, denn Männer beim Saufen filmen, kann man auch wenn man noch nie in Vietnam war.


Fazit:

Wer einen Actionfilm sucht ist hier Falsch. Wer Brutalität und Chaos sucht, wird sie nicht finden. Wer denkt, er könne motivierte und strebsame Rekruten beobachten, die unter einem Drillsargend versuchen die militärische Karriereleiter heraufzuklettern, denkt falsch. Wer dank des Kameramanns ein "Mitten-im-Gefecht-Gefühl" erwartet, kann lange warten.

Wer einen dialoglastigen, humorvollen Film über das Leben in einem Camp während dem Vietnamkrieg erwartet, einen Film über Männer deren Ziel es ist, sich nicht von ihren Kampfeinsätzen unterkriegen zu lassen und immer einen ausreichenden Biervorrat zu haben, der wird nicht enttäuscht. Einmal gucken, reicht allerdings völlig aus. 

5/10 Punkte

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