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Manche Menschen halten gerne an Traditionen fest, speziell in Italien. So verwundert es wenig, dass sich Regisseur Emiliano Ranzani bei seinem Debüt auf die starken Dekaden des italienischen Düsterkinos stürzt. Die Geschichte erinnert frappierend an „Castle Freak“, während die optischen Spielereien zwischen Argento und Fulci pendeln.

Die amerikanische Studentin Tracy lebt derzeit in Turin und liebt das Fotografieren. Auf der Suche nach geeigneten Motiven entdecken sie und ihre Freundin eine scheinbar leer stehende Villa, die doch nicht so unbewohnt ist…

Bis auf das Erscheinen einiger Mobiltelefone und eines Laptops könnte das Setting locker als 80er Flick durchgehen. Leider entpuppt sich die Villa als teils baufällige, seit langem leer stehende Bude, in der die wenigen Restmöbel und die spärlich gesäten Requisiten kaum für Abwechslung, zuweilen aber für Atmosphäre sorgen. Auch der Kreis der Figuren bleibt mit zwei Studentinnen, zwei Dieben, zwei Polizisten, dem Mutanten und seinen Gehilfen eher überschaubar.

Über den Hintergrund des Entstellten erfährt man recht wenig, wohl aber, was es mit den titelgebenden Blutbeuteln auf sich hat, die der Isolierte regelmäßig benötigt. Aufgrund der Symptome der überaus seltenen Krankheit Morbus Günther wurden bereits Vergleiche mit Vampirismus angestellt: Starke Hautsymptome bei Sonneneinstrahlung und Unverträglichkeit von Knoblauch sind einige davon. Entsprechend geht die Maskerade des menschlichen Monsters in Ordnung, etwas mehr Mühe hätte man sich im Bereich der Augenpartie machen können.

Ansonsten kommen Dorfpolizisten alles andere als pflichtbewusst rüber und Dienstwaffen werden augenscheinlich selten inspiziert. Nicht jeder Kleinganove wirkt gegenüber Studentinnen arrogant und wer sich tot stellt, hat von der anschließenden Hatz etwas mehr.
Tatsächlich fällt das Tempo in der zweiten Hälfte annehmbar aus, während die wenigen handgemachten Effekte wie Messerstiche, Kehlenschnitt, Kopfschuss, Arm ab und Stange im Bein nicht allzu explizit ausfallen.

Die Leistungen der wenigen Mimen ist immerhin halbwegs tauglich, der Score müht sich, die düstere Stimmung angemessen zu untermauern und wenn jemand stranguliert wird, achtet die Kamera definitiv auf die Handschuhe und Augen in Nahaufnahme.
Folgerichtig ein eher limitiertes Werk für kleine Nostalgiker, das mit geringem Aufwand und überschaubarer Geschichte mit seinen 83 Minuten Laufzeit einen angemessenen Zeitrahmen erfüllt.
5,5 von 10

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