Review

Ähnlich wie einst Jean-Claude van Damme wurde Scott Adkins in den ersten Jahren seiner Karriere als reiner Schauspieler mehrheitlich belächelt, - schließlich sollte er ordentlich austeilen und keinen ambivalenten Charakter mit Tiefgang versehen. Mittlerweile ist der fleißig drehende Brite nicht mehr aus dem B-Actionsegment wegzudenken und obgleich er mimisch immer noch limitiert ist, bringt sein unermüdlicher Körpereinsatz viel Dynamik ins Spiel, wie beim vorliegenden Streifen des Niederländers Adrian Bol.

Vor zwölf Jahren schlug eine Mission des MI6-Agenten Martin (Adkins) in Kiew fehl, seither tingelt er mit seiner jungen Tochter Lisa (Honor Kneafsey) durch die Gegend und wird in einem Club, in dem er als Türsteher arbeitet, von einer ukrainischen Journalistin angesprochen. Kurz darauf wird Lisa vom KGB entführt, der Martin 24 Stunden Zeit gibt, brisante Unterlagen zu beschaffen…

Auf dem Niveau der Exposition hätte es gerne weitergehen können, als eine Übergabe auf dem Gelände eines atmosphärischen Linienbus-Friedhofs fehlschlägt und in einem spannenden Schusswechsel mündet. Doch nach Vorstellung von Vater und Tochter folgt der Stoff wenig originellen Mustern, die einen altbackenen Spionage-Thriller ausmachen, trotz politisch aktueller Bezüge wie der Einsatz von Gift bei Oppositionellen. Die Russen sind seit den Achtzigern die Bösen, allen anderen ist jedoch auch nicht zu trauen.

Entsprechend wühlt sich Martin durch eine Riege namenloser Gegner, was in der ersten Hälfte zu einer gut verteilten Dosis Action führt, die wahlweise körperlich oder per Schusswaffe vonstatten geht. Die Choreographie arbeitet mit einigen längeren Takes und Adkins beweist, dass er noch gut in Schuss ist, zumal die Fights mit einigen Ballereien gekreuzt werden. Lediglich der eine oder andere CGI-Einschuss fällt minimal negativ auf.

Das Agentengedöns birgt indes nahezu keine Überraschung und verläuft in erahnbaren Bahnen. Zudem nimmt die Action im letzten Drittel spürbar ab, der Showdown auf einer Brücke verläuft weniger spannend als einige Sequenzen zuvor. Eine Szene nach dem eigentlichen Finale bringt schließlich noch einen kleinen Effekt mit sich.

Ein ehemaliger Agent wird von den Geistern der Vergangenheit heimgesucht und muss anbei seine Tochter retten, - originell ist das Ganze nicht, doch Adkins zieht sich wie gewohnt passabel aus der Affäre und glänzt mit physischer Präsenz, während Honor Kneafsey als jüngste im Bunde allen anderen die Show stiehlt, ohne dass ihre Figur nervt. Als reiner Actioner ein wenig unausgegoren, pendelt sich der Unterhaltungswert irgendwo im brauchbaren Mittelmaß ein.
5,5 von 10

Details
Ähnliche Filme