Die Eroberung von Texas und vier weiterer heutiger US-Bundesstaaten wurde in anderen Filmen meistens als große Heldentat dargestellt (wir denken u.a. an Alamo und Texas - Kampf für die Freiheit). Real war es das Entreißen des halben Staatsgebiets Mexicos durch die stärkeren USA.
In Frontier - Kampf um Texas (USA-Mexico 2018, Note 3+ oder 6/10) haben wir nun einen der seltenen Filme vor uns, das die Angelegenheit aus mexikanischer Perspektive schildert. Er beginnt kurz nachdem diese Gebiete durch Krieg an die USA gefallen sind. Nun strömen noch mehr Anglo-Amerikaner (englisch sprechende Weiße aus den USA) nach Texas als vorher. Es waren vorher auch schon viele.
Darunter ist der irisch-stämmige Verbrecher-Clan MacKenzie. Mit brutaler Gewalt, Mord und Vergewaltigung zwingen sie gut betuchte Mexikaner ihre Ranch an sie zu verkaufen. Nicht nur Weideland, sondern auch Öl ist der Sinn der Sache. Einige Latinos und eine Halbindianer wehren sich.
So, dieses Leute zwingen ihr Land an reiche Unternehmer zu verkaufen, taucht in jedem vierten Western auf. Aber hier sind eben die Anglo-Amerikaner die Schurken. Das ist neu.
Vorsicht: Der Film ist ein Amateurfilm. Er wurde von mexikanischen Einwandern in die USA und deren Nachkommen gedreht. Viele werden sofort wenn sie etwas Amateurhaftes an Kameraführung und auch den Bewegungen der Personen hier entdecken, sofort auf stur schalten und gleich wieder kommen mit: Billiger Dreck, Rotz, grottenschlecht, Kannste ja nicht ansehen sowas.
Man muss aber objektiv den unbekannten Machern dieses Film bescheinigen, daß sie ihn mit 800.000 $ Budget sehr gut inszeniert haben. Es gelingt durchgehen eine Spannung aufzubauen, denn die Gemeinheit der Schurken sind so abstoßend und die Opfer sind uns gerade durch den sie als normale Leute erscheinen lassenden Amateurfaktor so nahe, daß wir mitfiebern. Es wird das Gefühl vermittelt als ob es unsere Nachbarn wären, die da ermordet werden.
Da habe ich schon viele Profifilme gesehen, bei denen einen die Schicksale Null interessierten. Hier ist man immer interessiert.
Die Schuß-Szenen sind okay, aber natürlich kein internationales Highlight. Die Schauspieler können mimisch überzeugen, auch wenn die Bewegungen teilweise unbeholfen sind.
Die Musik ist gut. Die Ausstattung auch. Die Dialoge sind auch recht gut.
Die imdb-Bewertung, die fast nur 1/10 oder 2/10 hat, beruht sicher zu einem großen Teil darauf, daß US-Bürgern den Löwenanteil der Abstimmer stellen und denen ist es von je her verhasst, wenn Anglo-Amerikaner als die Bösen dargestellt werden. Besonders bei Westernfans ist dort oft eine sehr konservative bis rechte Haltung zu merken und denen einen Latino-Western schmackhaft zu machen, ist ein Ding der Unmöglichkeit.
Bleibe aber bei
6/10