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Eigentlich ist Liam Neeson nicht der geborene Actionstar, doch seit „96 Hours“ ist er aus dem Genre kaum mehr wegzudenken. Sein Charisma hilft auch dem vorliegenden B-Film von Regisseur Mark Williams, die eher konventionelle Geschichte ansprechend voranzutreiben.

Tom (Neeson) ist ein geläuterter Bankräuber und Safeknacker, der sich mit seiner Freundin Annie (Kate Walsh) einen ruhigen Lebensabend machen und sich deshalb dem FBI stellen will. Als die FBI-Agenten Nivens (Jai Courtney) und Hall (Anthony Ramos) einen Teil der Beute finden und ihn unterschlagen wollen, gerät Tom in ihre Schusslinie…

Es dauert rund eine halbe Stunde, bis die erste Actionszene ein wenig Tempo aufkommen lässt. Bis dahin schafft es die Geschichte immerhin, einen Gesetzesbrecher sympathisch erscheinen zu lassen, zumal bei den Aktionen nie Menschen verletzt wurden und nichts von der Beute ausgegeben wurde. Zudem versprüht die Romanze einen gewissen Charme, während Tom zunehmend Gründe erhält, sich gegen die korrupten Beamten zu stellen und Eigeninitiative zu ergreifen, was man als geneigter Betrachter schließlich auch sehen will.

Allzu spektakulär gestaltet sich die Action allerdings nicht. Hier und da kurze Verfolgungen mit Fahrzeugen, mal eine Ballerei auf eher engem Raum und auch mal eine Keilerei, doch bemerkenswerte Schauwerte bleiben aus. Die Lokalitäten rund um Boston geben ebenfalls nicht sonderlich viel her, doch bei alledem arbeitet die Kamera angenehm ruhig und liefert übersichtliche Kost. Der Score von Mark Isham fällt indes nicht gerade markant aus.

Obgleich die eigentlichen Fronten ein wenig vertauscht erscheinen, lassen Klischees nicht lange auf sich warten. Natürlich ist der Held ein ehemaliger Marine, der mit allen Wassern, beziehungsweise Zündkabeln gewaschen ist und auf technischer Ebene beinahe zum Übermenschen mutiert. Einige beim FBI sind mal wieder dümmer als die Polizei erlaubt und Überwachungskameras spielen trotz eindeutiger Indizien eine untergeordnete Rolle.

Zwar nimmt sich der Stoff nicht übermäßig ernst und lockert die Chose nicht zuletzt durch einen drolligen Hundemischling eines FBI-Beamten auf, doch letztlich fehlt der gewisse Kniff, der eine oder andere Überraschungsmoment. Flott erzählt und ohne Durchhänger sind es primär einige Mimen, die den Streifen merklich aufwerten. Neben Courtney als skrupelloser Cop punktet ebenso das Zusammenspiel zwischen Neeson und Walsh, wobei Neeson während der Actionszenen nicht mehr ganz so fit wirkt.

Über passablen Standard kommt der Streifen letztlich also nicht hinaus, die Action ist vergleichsweise rar gesät, spannende Momente halten sich in Grenzen, wogegen überraschende Wendungen nicht erwartet werden sollten. Ein netter Zeitvertreib für Genrefans, mehr nicht.
6 von 10

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