Wenn man in irgendeiner Form an vergangene Erfolge anknüpfen kann: Ein paar ordentliche Wellen schlug die Trashreihe „Sharknado“ von Regisseur Anthony C. Ferrante ja schon, aber nach sechs Ausgaben war es dann auch mal gut. Um dem Element Wasser nicht gänzlich fern zu bleiben, müssen es hernach blau eingefärbte Zombies richten.
Eine Urlaubsinsel: Eigentlich wollte der Seemann Hunter bereits sein Domizil wechseln, doch als eine Tsunamiwelle eine Horde von Untoten an den Strand spült, entscheidet er sich zu bleiben und die Brut mithilfe einiger Freunde zu bekämpfen…
Ein flottes Tempo und viel Bewegung waren schon immer eine Art Erfolgsformel der Schmieden SyFy und Asylum. Und auch hier dauert es keine drei Minuten, bis der Heiratsantrag eines Paares am malerischen Strand von einem Zombie unterbrochen wird. Es fällt auf: Der Typ ist blau (nicht alkoholisiert) und im Verlauf wird blaue Körperflüssigkeit versprüht, wogegen frisch Infizierte roten Saft verteilen.
Eine Weile teilt sich das Geschehen in parallel ablaufende Handlungsstränge wesentlicher Figuren auf, wonach Hunter und sein Gefolge Touristen retten, eine Ärztin um das Leben einer Gebissenen kämpft und irgendeine Tochter mit Mitgliedern einer schlecht spielenden Band unterwegs ist, welche sich als kleine Referenz immerhin „The Fulcis“ nennen.
Ein paar ansehnliche Sets irgendwo in Thailand werten das Geschehen merklich auf und sogar die Riesenwelle, die mit darin treibenden Zombies recht grotesk anmutet, ist gar nicht mal so ungelenk in Szene gesetzt.
Weniger gut ist es um diverse Bluteffekte bestellt, zumal an expliziten Einlagen nicht viel mehr als explodierende Zombieköpfe und ein beherzter Biss in einen Oberschenkel auszumachen sind. Dennoch spritzt hier und da etwas Körpersaft, man schlägt mit Macheten, Elektroschockern und verschiedenen Alltagsgegenständen zu und einige der blauen Zombiemaskeraden sind einigermaßen aufwendig gestaltet worden. Am Rande kann man hingegen beobachten, dass nicht alle Statisten in ihren Zombierollen aufgehen und zuweilen etwas unbeholfen nach Luft schnappen.
Darstellerisch sind deutliche Abstriche zu machen. Ein Ian Ziering, der irgendwann in einer Serie wie Koblenz 56070 mitspielte und am Drehbuch mitarbeitete, mag sich zwar als Held hervortun, doch mimisch ist er kaum besser als das übrige Team. Absurde Dialoge wie von einer diagnostizierenden Ärztin „Du wirst in Ordnung sein. Ein bisschen verletzt. Du brauchst jetzt Ruhe“ gestalten die Angelegenheit auch nicht glaubhafter.
Am Ende bleibt Filmemacher Ferrante jedoch seiner Linie treu, indem er eine abwechslungsreiche Handlung mit billigen Effekten und einigen angemessen dämlichen Ideen kombiniert, der Bedrohung eine recht umfassende Präsenz einräumt und mit einem insgesamt sympathischen Heldenteam an den Start geht, mit dem man sogar partiell mitfiebern kann.
Nichts für anspruchsvolle Gemüter, doch wer „Sharknado“ als halbwegs kurzweilig empfand, macht hiermit auch nichts falsch.
6 von 10