Review

Eigentlich schade, dass der Titel in keiner wirklichen Verbindung zum Inhalt steht, denn ein Klassiker im Gruselfilm ist, wenn jemand oder etwas unvermittelt hinter einer Figur auftaucht. Die Regiedebütanten Andrew Mecham und Matthew Whedon gehen indes auf Nummer sicher und offenbaren ein harmloses Dämonentreiben, welches noch nicht einmal die wenigen Einfälle voll ausspielt.

Claire (Elizabeth Birkner) und ihre ältere Schwester Olivia (Addy Miller) werden nach dem Tod ihrer Mutter kurzfristig zu ihrer Tante Beth (Jan Broberg) abgeschoben, die den Mädchen kalt und abweisend begegnet und sogleich diverse Räume ihres Hauses zur Tabuzone erklärt. Angelockt von einer Stimme zieht es Claire dennoch in den verbotenen Keller, wo sie dreimal einen Satz vor einem Spiegel aufsagt. Schon scheinen dämonische Kräfte entfesselt…

Zwar gibt die Exposition eine Vorgeschichte von 1979 preis, doch so wirklich erschließt sich nicht, was seinerzeit mit dem Mädchen Angela geschah, welche ebenfalls durch einen Spiegel in den Bann gezogen wurde. Nur kurz kommt man später auf die Vorgeschichte des Hauses zurück, - der nicht näher klassifizierte Dämon hat sich seither offenbar im Spiegel versteckt gehalten und nur auf junge, leicht beeinflussbare Mädchen gewartet.

Das Haus selbst, Hauptschauplatz des dämonischen Treibens, schürt kaum Atmosphäre, obgleich hier und da ein paar mystische Requisiten vorzufinden sind und Claire eines Abends einen Hohlraum hinter einer Tapete vorfindet. Die kindliche Geisterstimme, durch die Claire ihren Stoffhasen zu sprechen glaubt, entpuppt sich als rein gar nicht gruselig und plötzlich auf staubigen Spiegelflächen entstehende Worte erzeugen ebenfalls keine Gänsehaut.

Ansonsten ereignet sich über weite Teile nicht viel. Claire verändert zwar leicht ihre Persönlichkeit, doch ein Exorzist ist beileibe nicht nötig, zumal offenbar keine der wenigen Figuren eine konkrete Idee hat, die dämonische Präsenz überhaupt mal zu ergründen.
Über verschlossene Türen und nackte Geistererscheinungen im Spiegel kommen die paranormalen Gegebenheiten nicht hinaus und selbst zum Finale mangelt es an zündenden Ideen, um die vor sich hin plätschernde Handlung einem dramaturgischem Kniff zu unterziehen.

Den wenigen Mimen ist dabei genauso wenig vorzuwerfen wie dem an sich passablen Handwerk. Die rar gesäten Effekte sind okay gestaltet und auch der Score ist einigermaßen gut abgestimmt. Nur will sich bei alledem keine Spannung einstellen, da die meisten Entwicklungen komplett vorhersehbar ausfallen und die Hintergründe des Paranormalen schlichtweg ausgeklammert werden.

Mangelnde Originalität, ausbleibende Schauwerte und hinlänglich bekannte Spukmomente ergeben letztlich eine weitgehend lahme Mischung, die zwar keinem wehtut, jedoch auch keinen brauchbaren Unterhaltungswert zutage fördert. Den kann man sprichwörtlich hinter sich lassen.
Knapp
4 von 10

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