Als Ansicht frustrierend, als Review höchst angenehm, denn über „Behind you“ muss man nun wirklich nicht mehr sonderlich viele Worte verlieren.
Olivia und Claire sind die Protagonistinnen, noch Kinder (oder junge Teenager), die nach dem Tod der Mutter und vor der Ankunft des Vaters (wann auch immer) bei einer Tante unterkommen müssen. Die deutlich zu junge Jugendamtsmitarbeiterin, die die beiden praktisch der unwilligen und mies gelaunten Tante reindrückt, kann natürlich nicht ahnen, dass Tante Beth nicht nur ein grimmig-verknöchertes Ding ist, sondern dies vortäuscht, damit keiner der Kids in den Keller steigt.
Dort stehen die samt und sonders ausgelagerten Spiegel, denn auf der anderen Seite der polierten Glasfläche wohnt das Böse und will raus.
Gesehen hat man das schon in der Pre-Title-Sequenz, und damit hat es sich dann auch.
In der Folge ist die Bedrohung dann nicht mehr zu steigern, also nimmt die böse Macht bald Einfluss auf die Mädchen, die natürlich prompt besessen werden, also zeitweise irgendwie.
Das alles findet aber nur die Kammerspiel-Entsprechung, denn der ganze Film spielt praktisch nur in diesem einen Haus, auf Boden und Keller und besitzt in einem Gärtner-cum-Lebensgefährten noch einen vierten Mann am Tisch.
In der Folge gibt es nun also Spiegelbotschaften, Geisterstimmen, das Mobiliar bewegt sich und die Träume sind auch nicht die besten. Als „grumpy Beth“ endlich mit der Wahrheit rausrückt, hat der Zuschauer das Interesse bei all den mechanisch abgespulten Horrormotiven im gedämpft-goldenen Salonlicht schon längst verloren, weil die beiden Mädels leider auch an den Nerven sägen, ganz besonders die bezopfte Kleine.
Irgendwann gibt’s dann Exorzismuskokolores mit Pentagramm und die Grütze geht den Bach runter, aber fürchtet euch nicht vor Spoilern, ich hab die Auflösung schon wieder vergessen. Und da man den Dämonenhoschi auch nie richtig sieht, ist das auch kein Verlust. Von der Stange, aber so richtig. (3/10)