Einer der vielen Filme, die auf einer wahren Begebenheit beruhen und in der „awards season“ mehr Aufmerksamkeit bekommen, wobei die vorliegende Thematik trotz der lange zurückliegenden Ereignisse auch heute noch aktuell ist.
Der Film dreht sich hauptsächlich um eine relativ kurze Zeitspanne im Leben von Fred Hampton (David Kaluuya), Vorsitzender der Black Panther Party Chicago in den späten 1960ern, dessen Organisation auf Geheiß des FBI durch den straffällig gewordenen Bill O'Neal (Lakeith Stanfeld) unterwandert wird.
Und dies inszeniert sich in gewohnter Manier. Eine Geschichte über Verrat (wie der Titel schon nicht allzu subtil andeutet) und dem Wunsch nach einer Revolution, die sich bis heute nicht ereignet hat.
Dabei hat der Film durchaus seine Momente. Die Rede Freds nach der Entlassung aus dem Gefängnis kann mitreißen, bietet aber nur einen kurzen Ausflug in in stimmungsvolle Gefilde. Leider schafft es Regisseur Shaka King nicht, einen durchgehend interessanten Plot zu stricken. Die Inszenierung ist arm an Höhepunkten, das Thema mit dem Maulwurf altbekannt und konventionell abgearbeitet. Optisch macht der Film schon was her, ist auf älter getrimmt und passt somit gut in die Zeit, in welcher er spielt.
Kaluuya und Stanfield sind zwar charismatisch, können den etwas schläfrigen Trott aber nicht durchbrechen. Als Querverweis lohnt sich übrigens der ebenfalls dieses Jahr auf der Nominierungsliste gelandete „The Trial of the Chicago 7“.
Kein zwingender Beitrag, der vielleicht aufgrund der heutigen Umstände an Brisanz gewinnt, als Geschichtsstunde aber schwammig zwischen ein paar stimmungsvollen Szenen und einer unentschlossenen Schwafelei hin und her wankt.