Review

Religiös angehauchter Horrorthriller der B – Kategorie, der allerdings mit einer erstaunlich prominenten Besetzung dafür aufwartet und daraus auch das meiste Interesse bezieht, mit einem Cast wie Simon Loui und Elvis Tsui hätte man sich den Mumpitz nicht antun wollen. Dabei hat der Film in seiner stimmig – düsteren Atmosphäre gar keine so schlechten Ansatzpunkte, aber das Skript ist auf Dauer zu mässig.

Officer Chan [ Louis Koo ] und sein Partner Bill [ David Lee ] finden in einer Wohnung einen offensichtlich christlich religiös begründeten Massenselbstmord vor, nur eine einzige Frau lebt noch. Diese wird ins Krankenhaus verfrachtet, erleidet dort aber unerklärliche Panikattacken und stirbt zuletzt an plötzlich auftretenden Wunden am Körper. Chan kommt mit Hilfe des Wahrsage – Cops Chiu [ Anthony Wong ] auf die Spur einer Kirche, die vom Pope [ Andrew Lin ] als geldsammelnde Sekte betrieben wird, der Weltuntergang naht und man will sich vorher freikaufen.
Mehr und mehr verfällt Chan dem dortigen mysteriösen Treiben...

Erfreulich in der ansonsten zu biederen Mysterygeschichte ist die Tatsache, dass sich komplett darauf konzentriert wird, jeglicher Schnickschnack wird vollkommen aussen vorgelassen, keine begleitende Liebesgeschichte, keine wirkliche Einführung oder Ausbreitung der Charakteristika von handelnden Personen. Das fehlende Budget stellt seinen Beitrag zu einer gewissen begrenzten Stimmung, die den Film recht klein und intim hält, kaum Schauplätze, sehr überschaubare Personenkonstellation. Dafür greift man mehr in die Klischeekiste, besonders Pope und seine Church of True God erfüllt in schnöder Regelmässigkeit jedes Vorurteil, was der gemeine Mensch über derartige Sekten haben kann: Da wird sich regelmässig mit Drogen zugeschossen, Massenorgien vor dem Kreuz Jesu Christus gefröhnt und bis aufs letzte Hemd all seiner Ersparnisse beraubt, Pope selber sieht auch aus wie ein moderner Auferstandener und beherrscht zudem noch einige Zaubertricks. Kein Wunder, dass die Polizei erstmal machtlos dasteht und nach einigen kleinen Vorstossversuchen bis auf Chan auch etwas zurückhaltend bleibt, zumal eine rein technisierte Überwachung von der Kirche selber mit den gleichen Mitteln beantwortet wird.

Chan holt sich Verstärkung auf seine Art, zu einen sucht er Officer Chiu auf, der vor 18 Jahren mit dem festgenommen Mörder Lin Yu – Tin [ Mark Cheng ] einen ganz ähnlich gelagerten Fall hatte, sich aber ansonsten ausser astrologisch gefestigten Ratschläge in Liebesfragen und der besten Zeit für Schwangerschaften weitgehend aus dem Fall heraushält. Lin selber aber arbeitet erstaunlich wissbegierig an dem Fall mit, er warnt ihn nicht nur, sondern gibt ihm auch Informationen über den Pope [ Das Schweigen der Lämmer anyone ? ] und hilft ihm in brenzligen Situation auch mit seinem Hausfreund, der Heuschrecke aus.
Alles nicht so amüsant, wie es klingt, der Film nimmt sich selber ernst und schafft es auch im gewissen Maße, dieses Vorhaben durchzuziehen, obwohl das Drehbuch manchmal gegenarbeitet.
In einem kleineren Nebenplot wird sich auf bestimmtes Mitglied der Kirche fokussiert, um so den dramatischen Aspekt der Auswirkung der Kirche näher zu beleuchten. Kuen [ Emily Kwan ] hat verständlich laufend Ärger mit ihrem Ehemann, weil sie sämtliches Geld an die Kirche abliefert; als sie die Spenden von 120 x 5000 HK$ ! nicht mehr zahlen kann und ihr so der Weg in den Himmel versperrt wird, treibt sie das in die Prostitution. Dort sind die Kunden aber wenig begeistert, während der Dienstleistung mit „Wasch deine Sünden rein“ unterhalten zu werden, so dass sie ihren letzten Ausweg ebenfalls in Mord ihrer Familie und anschliessendem Suizid sieht. Damit schliesst sich auch der Kreis, Officer Chan hat in seiner Kindheit als beteiligtes Opfer das Gleiche durchgemacht.

Die zweifache Reinkarnation von Gott und/oder Satan in Lin und dem Pope und die allgemeine Wiederholung der Geschichte tragen den Film dann auch gut vorwärts, auf wirkliches Tempo oder gar Action muss allerdings ebenso verzichtet werden wie auf ausschweifende Gewalt. Nur 2 - 3 Szenen rechtfertigen das Cat 2b Rating, wobei der Exploitationfaktor noch durch die Sexszenen erweitert wird. Die Schauspieler verhalten sich alle relativ unbeweglich und erbringen Durchschnittsleistungen, allein Mark Cheng scheint mit eindeutig mehr Elan bei der Sache zu sein.
Als Showdown dient eine zweifache Grundsatzdiskussion um Gut und Böse, das Ende selber wäre durch die Übersetzung der Nachrichtensprecherin sicherlich verständlicher als jetzt, die Warnung „Die Geschichte ist frei erfunden“ über dem Abspann hätte es trotzdem nicht bedurft. Ein umtriebiger Regisseur als Ivan Lai [ Daughter of Darkness 1 + 2, Peeping Tom, The Kingdom of Mob ] wäre ebenso sinnvoller gewesen wie eine griffigere Geschichte; für einen unterhaltsamen Zeitvertreiber sind aber genug Voraussetzungen gegeben.

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