In einer ländlichen Gegend im katholischen Mexiko steht ein Exorzismus an: Ein älterer Priester rezitiert aus einem alten Buch, während ein ans Bett gefesselter kleiner Bub kaum zu bändigen ist. Als der Teufel endlich ausgetrieben ist, wird der Leichnam des Kindes in ein weißes Laken gehüllt und vom Priester an irgendeiner Geröllhalde entsorgt - doch unter dem blutigen Leintuch regt sich noch etwas...
Jahre später gelangt das geheimnisvolle Buch in die Hände der Geschichtswissenschaftlerin Cecilia de la Cueva (Lumi Cavazos), die es untersuchen will und zuhause in einen Schrank sperrt. Doch ihre neugierigen beiden Töchter Camila (Arantza Ruiz) und Fernanda (Nicolasa Ortíz Monasterio) holen das Buch heimlich hervor und machen sich einen Spaß daraus, einige Verse laut vorzulesen, was für die beiden Teenager ungeahnte Folgen haben wird...
Die mexikanische Produktion La Marca del Demonio versucht sich ein weiteres Mal am Thema Exorzismus - leider ist das Resultat ein Potpourri bereits zu oft gesehener Versatzstücke aus anderen Filmen dieses Genres: keinerlei neuen Ideen, keine Variationen oder wenigstens ein neuer Plot Twist verleihen dem nach Schema F vorgehenden Drehbuch etwas Pfiff, alles läuft genau so ab wie zu erwarten - und wie gefühlt schon tausendmal gesehen.
Die beiden Schwestern stellen alsbald unnatürliche Veränderungen an sich fest, die sie zunächst verheimlichen wollen, bis es auch die Eltern entdecken. Ein von den Mädels zu Hilfe gerufener Priester (Eduardo Noriega als Tomás, der nebenbei drogensüchtig ist, wtf?) erkennt zumindest das verhängnisvolle Potential des Buches und bespricht dies mit seinem Dealer, welcher zufällig der inzwischen erwachsen gewordene Bub aus der Einleitung und noch zufälliger auch noch sein Bruder ist. Dieser Karl (Eivaut Rischen) ist natürlich immer noch selbst vom Teufel besessen (zumindest zeitweilig), nimmt aber dennoch bereitwillig den Kampf gegen den finsteren Dämon auf, der von den beiden Teenies langsam Besitz zu ergreifen droht...
Was man dem Film zugute halten kann, ist das Bemühen seiner (wenigen) Protagonisten, ihre Rollen wenigstens halbwegs überzeugend darzustellen. Auch die spärlich eingesetzten Computer-Tricksereien (hier hauptsächlich schwarze Pupillen, wenn der Teufel einen gerade am Wickel hat) sind soweit einigermaßen stimmig, und an den ganz wenigen blutigen Szenen gibt es auch nicht viel auszusetzen (über den etwas länger als 2 Sekunden gezeigten gekreuzigten Exorzisten mit heraushängenden Eingeweiden, die verdächtig nach Rindsbratwürsten aussehen, muß man freilich eher schmunzeln). Für eine Amateur-Produktion auf (drehtechnisch) gutem Indie-Niveau wäre das alles in Ordnung, wenn da nicht das wie erwähnt entsetzlich langweilige Drehbuch wäre - Gänsehautfeeling oder gar Spannung kommt zu keiner Zeit auf...
Für den geneigten (oder besser leidgeprüften?) Horrorfreund, der mit nicht allzu hohen Erwartungen an die Sache herangeht, ist dieser mittelamerikanische Flick, den es als OmU bei Netflix gibt, vielleicht einen Blick wert, anderen sei davon eher abgeraten. 3 Punkte.