Insbesondere in diesen Tagen sehen sich so genannte Prepper darin bestätigt, für die kleine oder große Apokalypse gewappnet zu sein. Während es grundlegend nicht verkehrt scheint, für zehn Tage Notfall in den meisten Belangen vorbereitet zu sein, gehen die Spezialisten einige Schritte weiter und konstruieren komplexe Schutzräume, basteln sich eine Funkausrüstung und decken sich mit Waffen und Munition ein. Spezielle Fortbildungscamps dürfte es diesbezüglich bereits geben und wenn dort etwas aus dem Ruder läuft, gibt es Survival in doppelter Hinsicht.
Familienvater Antoine verfolgt seit einiger Zeit den Videokanal von Alain, einem Prepper, der sich seit Jahren für den Ernstfall vorbereitet. Nun ist Alain einer von sechs Teilnehmern eines Überlebenstrainings, welches weit abgelegen in der verschneiten Wildnis bei Alain stattfindet. Doch dann kommt es zu einem Unfall und die Gruppe steht am Scheideweg…
Ein nicht uninteressantes Szenario, wenn sich Gleichgesinnte in der Abgeschiedenheit treffen, um Erfahrungen auszutauschen und den Ernstfall proben. Leider gehen die Charakterzeichnungen nicht sonderlich in die Tiefe, über oberflächliche Klischeetypen kommt die Konstellation nicht hinaus und obgleich zwischenzeitlich ethische Fragen zur Diskussion stehen, werden daraus folgende Aspekte kaum ambivalent diskutiert. Entsprechend dauert es eine halbe Stunde, bis das einschneidende Ereignis das Tempo fortan antreibt.
Die verschneite Kulisse der vermeintlich unberührten Natur macht sich recht gut als Schauplatz des Survivals, bei dem es mitunter recht brachial zugeht. Allerdings stößt man nicht selten auf arg irrationale Verhaltensweisen, die sich bis zum grimmigen Showdown hinziehen. Jener ist indes recht rabiat aufgezogen und impliziert eine stramme Konsequenz.
Darstellerisch überzeugen die meisten der überwiegend frischen Gesichter und auch der eher im Hintergrund tätige Score trifft die Stimmungen recht gut. Handwerklich ist ohnedies wenig auszusetzen, die Story leidet hingegen an Überraschungen und dem einen oder anderen kleinen Alleinstellungsmerkmal. Somit ergibt sich ein solider Überlebenskampf im Schnee, der mit seinen knapp 83 Minuten recht knackig daherkommt und einige brauchbare Spannungsmomente liefert, unterm Strich jedoch nicht lange in Erinnerung bleiben dürfte.
6 von 10