Es ist nahezu unmöglich, einen Kriegsfilm ohne angemessenes Budget umzusetzen, es sei denn, man zeigt ausschließlich eine Handvoll Soldaten, die sich über 90 Minuten im Schützengraben unterhalten. Viel mehr Aufwand betrieb Regisseur Justin Lee nicht, denn phasenweise sieht die Action so aus, als würden Gründschüler mit Knallfröschen spielen.
Dezember 1944, nahe der deutsch-belgischen Grenze im Hürtgenwald: Die schweren Verluste des US-Trupps zwingen sie zum Rückzug. Doch zuvor will sich eine kleine Gruppe um Sergeant Falcone ein wenig Zeit verschaffen, indem man zur feindlichen Tankanlage vordringen will…
Autor und Regisseur Justin Lee gestaltet sich die Umgebung ein wenig abweichend oder er hat den Klimawandel einige Jahrzehnte vorgezogen, denn der Wald im eisigen Winter 1944/45 ist in etwa so grün wie im August und der Farn bildet einen leuchtenden Bodendecker. Von Schnee weit und breit keine Spur. Von der Wehrmacht allerdings auch nicht, denn nach der Exposition mit gerade einmal fünf US-Soldaten tauchen die lange ab, - wahrscheinlich um sich Bandanas zu besorgen, die einzelne Individuen im Verlauf tragen.
In Sachen Mode waren die Deutschen schon oft Vorreiter.
Bis es letztlich zum titelgebenden, finalen Gefecht kommt, unterhalten sich die wenigen Soldaten mit einigen Krankenschwestern oder plaudern darüber, welcher Club beim Baseball wohl gerade angesagt sein könnte. Im Prinzip ist es nicht verkehrt, mit dem Austausch über Hoffnungen, Erfahrungen, Erinnerungen oder sonstigen psychischen Befindlichkeiten ein wenig Tiefe ins Spiel zu bringen, doch wenn die Action phasenweise komplett ausbleibt, ermüdet so etwas rasch. Offenbar musste man die Zeit überbrücken, bis Corbin Bernsen als Colonel vor Ort war, wobei dessen fusseliger Vollbart auch nicht gerade den Standart eines Vorgesetzten widerspiegelt.
Der Minimalismus setzt sich bei der Action fort, denn Mörserraketen hinterlassen allenfalls handgroße Feuerchen und auch Granaten verfehlen meist ihre Wirkung, wenn hier und da mal eine Handvoll Erde und Blätter aufgewirbelt werden. Ähnlich verhält es sich mit den Gewalteinlagen, Marke FSK12: Nur selten gibt es blutige Einschüsse, manche bluten erst gar nicht, so dass ein abgetrennter Unterschenkel bereits die derbste Einlage darstellt. Dadurch bleiben zumindest die Klamotten weitgehend sauber und die Helme ohne Kratzer, was das geleckte Auftreten einiger Kombattanten erklärt.
Derweil ist der Score sogar annehmbar abgestimmt, obgleich er in regelmäßigen Abständen eine pathetische Nuance einfließen lässt. Auch Kamera und Schnitt gehen in Ordnung, was im letzten Drittel sogar ein passables Timing und ein paar halbwegs spannende Einlagen generiert. Darstellerisch sind keine Glanzleistungen auszumachen, Totalausfälle jedoch auch nicht.
Gegenüber Großaufgeboten pyrotechnisch durchkomponierter Kriegsepen wirkt dieser hier wie die Theateraufführung im Landesfreilichtmuseum. Schwache Ausstattung, kaum Komparsen, viele Logiklöcher und ein eher schleppender Aufbau der dünnen Geschichte sorgen nicht gerade für Begeisterung.
3,5 von 10