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Dass manch abendfüllender Horrorstreifen eher als Teil einer Anthologie taugt, untermalt die Regiearbeit von Stuart Brennan, der zugleich als Drehbuchautor fungierte und eine der Hauptrollen übernahm. Denn die meiste Zeit über latschen sechs Soldaten durch einen austauschbaren Wald, während sich der Nekromant erst in den letzten Minuten blicken lässt.

Am Ende der Napoleonischen Kriege, kurz vor der Schlacht von Waterloo um 1815: Sechs Deserteure um Logan (Brennan) aus dem Vereinigten Königreich zieht es zurück in die Heimat über den Schwarzwald. Als sie auf einen verletzten Soldaten stoßen, warnt er, den Wald zu meiden und einen Umweg in Kauf zu nehmen. Hätte die Truppe besser auf ihn gehört…

Die ersten Szenen einer Schlacht deuten bereits darauf hin, dass der Produktionsaufwand auf ein Minimum begrenzt wurde: Sterile Kostüme, keine erkennbare Choreographie und zu allem Überfluss stammen die wenigen geleckt wirkenden Blutspritzer aus dem Rechner.
Über die einzelnen Soldaten erfährt man nicht viel, zumal die einfältigen Dialoge wenig hergeben und etwaige Hintergründe erst per Flashbacks preisgegeben werden.

Der Konsens fragwürdiger Hinterlassenschaften bis hin zur sprichwörtlichen Leiche im Keller hätte definitiv für kleine Anekdoten über menschliche Abgründe getaugt, doch genau hier wird das Hauptkapital gnadenlos in den Sand gesetzt. Rätselt man anfangs noch darüber, ob einer der Soldaten eine Affäre aufdeckte, flacht die zweite Episode bereits merklich ab, die dritte wird nur noch lieblos angedeutet. Zudem ist die Umsetzung aufgrund auffallend schlecht spielender Damen, die nicht nur rein optisch nicht in die Zeit passen, ein ziemlicher Reinfall und auch hier dominieren geleckte Kulissen und drittklassige Kostüme.

Da es letztlich nur maximal fünf Opfer geben kann, muss der Rest der Zeit irgendwie überbrückt werden, was sich in der unaufgeregten Fortbewegung der rot gekleideten Soldaten manifestiert. Keine Streitereien, keine weitere Gefahr von außen, nur die reine Wanderung über Stock und Stein. Da hilft auch der um Atmosphäre bemühte Score nicht mehr viel.

Die wenigen Gewalteinlagen lassen sich an einer Hand abzählen, zumal die Ableben trotz Erscheinen gehörnter Nackedeis unspektakulär ablaufen. Selbst als der titelgebende Seelenfänger in den letzten Minuten auf den Plan tritt, will sich kaum Spannung einstellen, während die finalen Bilder noch nicht einmal ein müdes Achselzucken bewirken.

Obgleich die Mimen im Schnitt brauchbar performen und die Kamera zumindest um variable Vogelperspektiven bemüht ist, hält sich das Böse auffallend zurück und sorgt über weite Teile für Langeweile. Ereignislosigkeit dominiert das Geschehen, welches aufgrund mangelnden Unterhaltungswerts nicht gesichtet werden muss.
3,5 von 10

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