Review
von Leimbacher-Mario
Das Gieren nach Nieren
Jeder Horrornerd, der „May“ gesehen hat, ist Fan von Angela Bettis. Das ist Fakt. Warum die interessante Dame nicht noch viel mehr in unserem liebsten Genre (zumindest was richtig große Hits angeht) gemacht hat und auffällig wurde? Ich weiß es nicht, echt schade. Doch nun habe ich sie in „12 Hour Shift“ endlich mal wiedergesehen - als (immer noch sehr süß-schräge) drogenabhängige Krankenschwester, die mit ihrer nicht allzu hellen und ziemlich durchgeknallten Cousine zügig eine frische Niere in ihrem Krankenhaus ausfindig machen muss...
„12 Hour Shift“ ist eine flotte und zackige, definitiv famos düstere und böse Krimi-Komödie der modernsten Art. Eine Nacht, viele Figuren, noch mehr Chaos und Verstrickungen, am allermeisten Blut und Organe und Leichen. Wem das als Thema zu morbide oder makaber oder gar menschenverachtend ist, der sollte einen riesigen Bogen einplanen. Der Rest darf abtauchen in diese Überstunden voller Überwunden. Indirekt natürlich auch eine krasse und berechtigte Kritik an der Überarbeitung und Unterbezahlung solcher ärztlichen Hilfs- und Pflegekräfte, doch vordergründig vor allem ein spaßiger Thriller voller Schatten, Wahnsinn und schrulliger Figuren. Sterbehilfe mal anders. Von einem David Arquette, der gar nicht gut auf Cops zu sprechen ist, über Bleiche in der Speiseröhre (uffff!) bis hin zu mehreren (!) (fehlenden) Nieren in einer Kühlbox samt Limos und Ahnungslosigkeit. Inklusive einem choral-experimentellen Soundtrack und zwei völlig verrückter, überzeugender Ladies, bei denen man nicht zum Blutspenden gehen will...
Fazit: schwarzhumoriger können Krimis kaum kommen! „12 Hour Shift“ ist ein fieser Thriller mit dem Herz genüsslich am falschen Fleck - nämlich außerhalb des Körpers... Und einer wie immer bezaubernden Angela Bettis. Die jedoch von Chloe Farnworth sogar fast noch in den Schatten gestellt wird. Das nenne ich mal mörderische Frauenpower!