Review

iHaveCNit: Die Misswahl (2020)
04.10.2020

Da ich mir gerne Filme mit Keira Knightley ansehe, weil ich sie als Schauspielerin schätze, habe ich mir den amüsant unterhaltsamen „Die Misswahl“ von Philippa Lowthorpe angesehen, der auf einer wahren Begebenheit basiert und durchaus eine Spur aktueller Brisanz besitzt.

Die Londonerin Sally Alexander ist alleinerziehend, studiert und setzt sich für Frauenrechte ein. Als im Jahr 1970 die Verleihung zur „Miss World“ in London stattfindet, schließt sie sich mit weiteren Frauenrechtlerinnen zusammen, um die Show zu sabotieren, da ihnen die dort zur Schau gestellte Objektifizierung ein Dorn im Auge ist. Ohne zu wissen, dass man in diesem Jahr das Teilnehmerfeld um die ersten dunkelhäutigen Teilnehmerinnen aus Grenada und Südafrika erweitert worden ist.

Ich fand „Die Misswahl“ sehr amüsant und unterhaltsam, auch wenn ich zum Teil den hier zugrundeliegenden gesellschaftlichen Geschlechterdynamiken nicht im vollem Maße zustimme und dahinterstehe, da ich durchaus instinktive und soziobiologische Faktoren für wichtig erachte, die vielleicht gerne an dieser Stelle geleugnet werden. Aber genau das habe ich einigermaßen versucht bei der Sichtung des Films auszuklammern. Der Film erzählt in seinen 107 Minuten sehr rasant zwei unterschiedliche Handlungsstränge. Zum Einen lernen wir die sehr bodenständig von Keira Knightley verkörperte Sally Alexander kennen, die sich eigentlich eher gemäßigter für Frauenrechte einsetzt und dann eine Gruppe etwas rebellischerer Frauenrechtlerinnen kennenlernt, die ein wenig im Stil eines Heistmovies die Sabotage der Verleihung planen. Zum Anderen sehen wir die Vorbereitungen der Show und auch die Dynamiken des Teilnehmerfelds – vor allem wenn es um die Favoritinnen aus Schweden und den USA geht, aber auch um die beiden dunkelhäutigen Teilnehmerinnen aus Grenada und Südafrika geht. Und da liefert der Film in einer interessanten Schlüsselszene auch einen durchaus sehr komplexen Ansatz, welche Bedeutung eine Teilnahme für die Teilnehmerinnen durchaus hat – und somit der Film nicht unbedingt nur einseitig bleibt. Bei all der Intention aus dem Thema heraus eine Feelgood-Komödie zu schaffen, kann ich es auch etwas verschmerzen, wenn die im Film dargestellten Männer, vor allem Rhys Ifans als Veranstalter Eric Morley und Greg Kinnear als Komiker und Moderator Bob Hope als absolut plakative und oberflächliche Charaktere präsentiert werden, die dem chauvinistischen Klischee entsprechen.

„Die Misswahl“ - My First Look – 8/10 Punkte.

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