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Die Briten haben den Kanal voll. Zumindest laut Regisseur Charlie Steeds, der zum Einstieg per Text umschreibt, dass in einer ländlichen Gegend in den letzten Jahren rund 150 Leute spurlos verschwunden sind. Die Ursache dessen sieht aus wie eine Kreuzung aus „Der Schrecken vom Amazonas“ und „Hills have Eyes“.

Die Schwestern Kat und Sophie wollen mit ihrem jeweiligen Anhängsel am Wochenende eine gemütliche Bootstour unternehmen. Doch einmal abends in einem ländlichen Kaff angelegt, entern mutierte Fischwesen das Boot…

Dafür, dass lediglich vier Personen im Zentrum des Geschehens stehen (später gesellen sich noch zwei Streithähnchen dazu), lässt sich die Exposition relativ viel Zeit. Drei Sympathieträger und ein Querulant hätte man etwas kürzer auf den Punkt bringen können. Jedoch weiß die Location der Kanäle zu gefallen, welche stets in triste Farben gehüllt ist. Auch die ländliche Spelunke, welche die vier fast schon notgedrungen betreten, schürt eine unheilvolle Atmosphäre.

Mit dieser ist es ein wenig dahin, als die Mutanten auf den Plan treten. Die deutlich zu groß geratenen Latexmasken scheinen ab und an ein wenig zu verrutschen, ansonsten wirken die Typen weitgehend menschlich, - mal abgesehen von der tiefer gepitchten Stimme.
Zwar sorgen die Übeltäter für einen angemessenen Bodycount, doch allzu viele Gräuel werden, trotz der FSK18 ungeschnitten nicht präsentiert. Hier mal ein abgetrennter Unterarm, dort ein Kehlenschnitt, während die Monster bei Verletzungen statt Blut eine Art Güllewasser verlieren. Etwaige Fressszenen fallen ebenfalls harmlos aus, da die Kamera so positioniert ist, das ein Zubeißen erst gar nicht im Detail zu sehen ist.

Ansonsten reihen sich einige Klischees ein. Vermeintlich Besiegte werden nur halbherzig liegen gelassen, Waffen achtlos weggeworfen und wer den Kreis der bösen Wichte im Verlauf erweitert, ist sehr früh auszumachen. Ärgerlich ist hingegen das weitgehend offene Ende, als wären dem Drehbuch final die Ideen ausgegangen.

Mit dem Aufkreuzen der Bedrohung ist das Tempo immerhin konstant hoch und es mangelt nicht an Konfrontationen. Darstellerisch okay, handwerklich passabel, sticht vor allem der Score positiv hervor, der ein paar eingängige Melodien im Stil der 80er zutage fördert.
Retro gibt sich das Werk überdies, denn neben den Masken sind die Effekte komplett handgemacht und selbst die gute alte Nebelmaschine kommt kurz zum Einsatz.

Eine Offenbarung ist „Mutant River“ nicht gerade, doch wer schlichten Survival-Terror bevorzugt, erhält die üblichen Zutaten in patenter Umsetzung, die mit 78 Minuten recht kurzweilig ausfällt.
6 von 10

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