Netflix-Geheimtipp! Kaum jemand kennt dieses filmische Juwel, obgleich stark besetzt. Absolut zu Urecht, ich zähle dieses Werk zu den stärksten Filmen auf Netflix. Ein Film, der dich packt und nicht mehr loslässt, exquisit fotografiert und gespielt, mit einer fantastischen Geschichte (basierend auf dem Roman "Des Teufels Handwerk") und einer stetigen unheilvollen Atmosphäre. Für die große Leinwand gemacht und da hätte er auch hingehört. Allerdings nichts für ein Mainstream-Publikum, denn der Film erzählt keine linear aufgebaute Geschichte, sondern handelt von verschiedenen Personen aus zwei Orten im amerikanischen Hinterland, deren Wege sich immer mal kreuzen. Mehr fragmentarisch aufgebaut und zwischen den Handlungen springend. Dabei handelt der Film in erster Linie vom Bösen, dass die Menschen heimsucht und erklärt auch, wie Menschen in einen bösatzigen Strudel geraten können.
Held der Geschichte ist der junge Arvin, dessen Kindheit durch die fanatisch religiöse Erziehung seines Vaters geprägt ist, dessen innere Dämonen ihn nach seinen schrecklichen Erlebnissen im Krieg auffressen. Arvin ist moralisch integer, wenngleich auch er auf die schiefe Bahn gerät. Dann ist da die junge unschuldige Charlotte, deren Leben ebenfalls durch falsch verstandene Religiosität geprägt ist. Ein wahnsinniger Prediger; ein anderer Priester, der nur an seinem persönlichen Vorteil bedacht ist; ein Serienkiller mit einer tödlichen Obsession und ein korrupter gewalttätiger Polizist prägen die Geschehnisse in diesem Film, die genial komponiert zusammenlaufen.
Das ganze ist edel bebildert, wirkt oft harmonisch, dann wieder abstoßend brutal. Die 18er-Freigabe ist da schon berechtigt. Man muss bereit sein, sich auf solche eine Art Literaturverfilmung einzulassen, dafür wird man mit einem unvergesslichen kleinen Meisterwerk belohnt. Sehr zu empfehlen!