Review

Staffel 1 


Sumpf ist Trumpf

Nennt es „Dawsons Creek“ trifft „Ozark“ oder „The OC“ meets die „Uncharted“-Videospiele - der Erfolg gibt Netflix fast etwas recht, „Outer Banks“ ist einer ihrer Tophits 2020 und lief im Quarantänesommer in mehr Haushalten als man zählen konnte. Vor allem in Übersee entwickelte sich die Abenteuerserie zu einem echten Phänomen. Doch was ist so faszinierend an dieser Schatzsuche von ein paar Teenagern aus der Unterschicht eines amerikanischen Küstengebiets? Und was hat mir persönlich ziemlich hartnäckig die Lust auf ein Weitergucken verdorben? 

SONNENSCHEIN
+ attraktive, junge, zum Teil auch charismatische Darsteller 
+ Landschaften und Look äußerst chic
+ vielleicht sogar ein paar zukünftige Stars an Board 
+ (gerade für Teens) sehr leicht zugänglich 
+ einige durchaus spannende Momente 
+ guter Beginn; leichter Einstieg 
+ wilde Mischung; Genremix
+ sozialkritische Spitzen (gesellschaftliche Schere auf die Spitze getrieben)
+ klare Chemie im Cast 
+ Abenteuerfeeling („Goonies“?) 
+ romantische Liebesgeschichten 
+ schwüle Atmosphäre 
+ ausgeprägte Wangenknochen ;)
+ einige fiese Cliffhanger; auf Bingewatching ausgelegt 
+ coole Songs
+ super Sommervibes
+ Grundsteine gelegt 

STURM
— einige Figuren mehr als nervig 
— viel Kitsch und Melodrama
— durch die Bank vorhersehbar
— oft ziemlich dummes Drehbuch und Verhalten
— gerade gegen Ende zum Haareraufen
— nervige Dreiecksliebeleien
— eher weniger für Erwachsene ausgelegt 
— nicht immer top Effekte (z.B. Sturm auf hoher See im Finale)
— Overacting hier und da 
— Konzept, Balance geht nicht immer auf 
— eher zum Nebenbeigucken; recht oberflächlich 
— gerade Erwachsene handeln hier arg fragwürdig 
— Glaubhaftigkeit wird (über)strapaziert
— Bösewichte generisch und übertrieben 
— richtig viel Neugier auf „Mehr“ ist bei mir nicht gegeben 

Fazit: Teeniesülze trifft Abenteuerschmalz und (oberflächliche) Thrillerspannung. Sehr jugendlich, oft nervig melodramatisch, unrealistisch und eher als Guilty Pleasure zu gebrauchen. Schöne Landschaften, schöne Menschen. Erfolg ist nicht gleich Qualität. Richtig mies ist „Outer Banks“ erst sehr spät, davor meist ansehnlich - die Neugier meinerseits auf eine zweite Staffel hält sich dennoch arg in Grenzen. (5,5/10)

Details
Ähnliche Filme