Mel Brooks und Monthy Python haben bereits unter Beweis gestellt, dass historisch dröge Abläufe mit einer Menge Humor in ein ganz anderes Licht gerückt werden können. Auch die britische Serie „Horrible Histories“, die 2009 ihren Einstieg feierte, begeisterte Jung und Alt und vermittelte zudem fundierte historische Fakten. Zwar hält sich auch der erste Langfilm an die meisten Tatsachen, doch über das Niveau einer flachen Friedberg/Seltzer - Produktion kommt man selten hinaus.
Rom, 50 n. Chr.: Obgleich er ständig von seiner Mutter untergebuttert wird, ist Kaiser Nero an der Macht und versucht, den Aufstand der keltischen Königin Boudicca zu stoppen. Auf der Insel verbünden sich derweil die junge keltische Kriegerin Orla und ihr Gefangener, der tölpelige Römer Atti, - allerdings eher zwangsläufig…
Diverse Referenzen hinsichtlich „Das Leben des Brian“ sind unübersehbar, spätestens als aus der Menge heraus gerufen wird: „Ich bin Furzikus!“-„Nein, ich bin Furzikus, und meine Frau auch!“. Womit sich schon mal ein Manko innerhalb des Humors offenbart, welcher sehr oft unter die Gürtellinie zielt. Zwar ist die Gagdichte einigermaßen hoch, doch zünden wollen nicht allzu viele, zumal einige altbackene Einlagen dabei sind, etwa als Feldheer Paulinus verkündet: „Nur Idioten reden von sich in der dritten Person. Aber Paulinus will hören, was er zu sagen hat.“ Da schwankt die Qualität so zwischen goldig und albern.
Das wäre alles noch passabel, doch wenn man nicht gerade auf Musicals steht, ziehen die fünf Songs und Tanzeinlagen das Niveau merklich runter. Als Überraschungseinlage wäre ein Lied mit Showeinlage noch erfrischend, doch bereits die zweite Darbietung nervt, zumal es hier an Pep und cleveren Einfällen mangelt und weder die Kompositionen, noch die Texte erinnerungswürdig ausfallen.
Ein weiterer Nachteil markiert das junge Heldenpaar Atti und Orla, welches die langweiligsten Figuren im Ensemble sind. Nebenfiguren wie der von Nick Frost verkörperte Vater oder eine stehlende Oma liefern deutlich mehr Potential und auch ein Feldheer, der beim Stichwort Rom wie auf Knopfdruck zu entsprechender Musik ins Schwärmen gerät, ist für einen Running Gag gut. Immerhin dienen einige historische Fakten als Steilvorlage für kleine Schmunzler, wie bei der Urform eines Katapults, der Verwendung von Toilettenhäusern oder der keltischen Angewohnheit, unliebsame Leute im Moor zu versenken.
„Horrible Histories: The Movie“ ist jugendgerecht inszeniert, denn selbst bei der entscheidenden Schlacht fließt kein Tropfen Blut, gleiches gilt beim Messer in der Brust. Stattdessen landet schon mal ein Schwert in der Kloake oder jemand reibt sich ungewollt mit Pferdeurin ein. Der Lerneffekt dürfte unterm Strich gering ausfallen, historische Fakten werden eher stichprobenartig gesetzt. Spannung und Action finden sich kaum und obgleich das zotige Werk recht flott vorgetragen wird, lassen sich gelungene Gags maximal an zwei Händen abzählen.
4 von 10