Etwas wüster, aber ziemlich spannender Mix aus Action, Horror und Thriller im Gewand eines Hetzjagdfilms.
So beginnt der Film auch traditionell mit einer erfolgreichen Hetzjagd bei der die (hier noch) gesichtslosen Häscher ein paar ihrer Opfer erlegen. Auch wenn die Szenen nur mäßig actionreich sind, so entsteht doch das typische Flair dieses Sub-Genres, dessen prominentester Vertreter John Woos „Harte Ziele“ ist.
Ein geheimnisvoller Millionär mit dem Namen Osiris lockt mit der Aussicht auf Geldspenden sieben Menschen auf seine Insel: Den ehemaligen Footballstar Jake Kellog (Marc Singer) und seinen Assistenten, die Ballettlehrerin Lucy (Jennifer Seagrove), den Doktor Aaron (Roddy McDowall), einen Yakuza (Soon-Tek Oh), den Ex-Soldaten Peterson (Michael Beck) und einen Geschäftsmann (Mitch Ryan). „Spiel gegen den Tod“ führt seine Charaktere nicht groß ein – was aber nicht heißt das die Charakterentwicklung bzw. deren Hintergrund auf der Strecke bleibt wie der weitere Verlauf zeigt.
Das Spiel ist simpel: Die sieben Gefährten müssen das andere Ende der Insel erreichen, wo ein Boot auf sie wartet. Zudem sind sechs rote Rucksäcke auf ihrem Weg versteckt, die jeweils eine Million Dollar enthalten. Außerdem werden ihnen ein paar Ausrüstungsgegenstände gestellt, doch nach zwei Stunden Vorsprung werden Osiris und seine drei Häscher nach ihnen jagen. In ihrer Vergangenheit haben alle sieben seinen Weg gekreuzt, weshalb auch sie alle ausgewählt wurden für das Spiel. Kleine „Souvenirs“ am Wegrand rufen bei jedem Erinnerungen an dramatische Ergebnisse aus der Vergangenheit wach...
Die Handlung von „Spiel gegen den Tod“, auch wenn mir aufgrund des „Sympathiebonusses“ recht schnell klar war, wenn es erwischen würde und wen nicht. Doch zum Ende hin gibt es eine ziemlich gelungene Überraschung. Zudem ist die Hatz mit einer gehörigen Portion Tempo inszeniert, die über die leichte Vorhersehbarkeit hinwegtäuscht.
Aus dem Bereich des Horrorfilms stammt der Aspekt, dass die Hauptfiguren für vergangene Sünden büßen müssen. Doch die Rückblenden sind zumeist recht phantasievoll, machen Lust auf mehr und geben nicht nur den Anlass zum Rätselraten, wie diese zusammenhängen könnten (OK, nach der dritten Rückblende sind die Zusammenhänge recht klar). Auch die atmosphärische Location der düsteren und sumpfigen Insel erinnert teilweise an einen Horrorfilm und sorgt für leicht gruseliges Flair.
Die Actionszenen sind ziemlich gut inszeniert, allerdings aufgrund des eher schmalen Budgets nicht übermäßig spektakulär. Dennoch kann die temporeiche Hatz mit ihren kleinen Schießereien und Kampfszenen in Verbindung mit der gut durchdachten Hintergrundgeschichte und der Atmosphäre fesseln. Zudem bietet die Vietnam-Rückblende noch ein etwas größeres Shoot-Out und ein wenig Pyrotechnik ohne dass diese Episode aufgesetzt wirkt.
Die Schauspieler sind, abgesehen von Roddy McDowall vielleicht, maximal vom Sehen bekannt und keine großen Stars. Auch ihre Schauspielerei reicht dementsprechend nicht an Oscar-Preisträger heran, aber dennoch geben die darstellerischen Leistungen keinen Anlass zur Klage, da die Performances recht überzeugend sind.
„Spiel gegen den Tod“ erweist sich als innovativer, kleiner Hetzjagdfilm, dem Actionfans durchaus einen Blick widmen sollten.