Es gab bereits einige Genrebeiträge, die sich intensiv mit dem Thema Einsamkeit im Weltraum beschäftigten wie „Gravity“ oder „Interstellar“. Dass sich daraus kammerspielartiger Stoff ergibt, leuchtet natürlich ein, denn schließlich handelt es sich nicht um eine Wanderung durch den Schwarzwald. Regisseur John Suits bringt darüber hinaus jedoch gewaltige Logiklücken ins Spiel, als wäre das halbe Drehbuch ins Schwarze Loch geraten.
Im Jahre 2190 befindet sich das Raumschiff Pangea als Zwischenstation im All, wo Europe One, ein Jupitermond, alsbald für die Kolonialisierung der Menschen dienen soll. Bereits fünf Jahre dauert die Mission der vier Crewmitglieder um Captain John Laine (Omar Epps) an, als der Funkkontakt zur Erde unterbrochen und das Raumschiff von einer Druckwelle erfasst wird…
Der gelungene Einstieg bedient sich eines Zeitraffers über fünf Jahre, welcher den Umgang der vier im Laufe der Jahre bebildert. Mit direkten Vergleichen wird rasch ersichtlich, dass der allgemeine Lagerkoller bereits weit fortgeschritten ist, zumal das vergleichsweise karg ausgestattete Raumschiff nicht gerade über mannigfaltige Freizeitangebote verfügt. Als schließlich der Kontakt zur Erde komplett zusammenbricht, drückt dies natürlich zusätzlich auf die Psyche, denn schlimmstenfalls könnten die Astronauten zu den letzten ihrer Art zählen.
Leider fallen die Figurenzeichnungen recht mager aus und man fragt sich allenfalls, warum die Mutter eines Kindes auf eine Mission geht, welche auf zehn Jahre angesetzt ist. Zugleich stellt sich die Frage, ob jene Zeitspanne überhaupt Sinn ergibt, denn schließlich könnte man die Crew aufgrund kreuzender Raumschiffe auch mal tauschen. Noch unwahrscheinlicher sind allerdings zwei rauchende Astronauten, was im Hinblick auf zunehmende Sauerstoffknappheit erst gar nicht hinterfragt werden sollte.
Nach der Detonation dauert es eine Weile, bis sich die Crew halbwegs fängt und versucht, die Technik zu reparieren und das Schicksal der Erde zu durchleuchten. Moralische Überlegungen werden hierbei jedoch kaum berücksichtigt, stattdessen streift man sich Raumanzüge aus den 60ern über oder futtert ominöse Früchte von einem Jupiterbaum.
Zudem wird die Geschichte etwa ab Halbzeit nichtlinear erzählt, was der Spannung ebenfalls kaum dienlich ist, zumal Einzelheiten zu früh vorweggenommen werden.
Immerhin können die wenigen Mimen um Omar Epps, Angus Macfadyen, Miranda Cosgrove und Kate Walsh das vage Konstrukt einigermaßen beisammen halten und auch der Score ist mit Erfolg um atmosphärische Klänge bemüht. Die wenigen Spezialeffekte fallen solide aus, das magere Set Design macht sich indes eher negativ bemerkbar. Denn über weite Teile ereignet sich an Bord zu wenig, spannende Einlagen finden sich lediglich im letzten Drittel, als ein Wettlauf gegen die Zeit im sprichwörtlichen Raum steht. Von allem etwas zu wenig, um eine solche Mission anzutreten.
4 von 10