Review

Vergleicht man den vorherigen Streifen von Regisseur Julien Leclercq „The Bouncer“ mit vorliegendem, so fallen einige Parallelen rasch auf: Es wird wenig gesprochen, das Figurengefüge bleibt überschaubar und Humor ist nicht notwendig. Thematisch geht es im weitesten Sinne um Home Invasion.

Said (Sami Bouajila) leitet gemeinsam mit der taubstummen Tochter Sarah (Sofia Lesaffre) ein Sägewerk, in dem einige Vorbestrafte arbeiten. Einer von ihnen hat hier eine Tasche voll Kokain versteckt, welche die Gangster um Adama (Eriq Ebouaney) gnadenlos einfordern. Doch Said lässt sich davon nicht beeindrucken…

Nach einem bewaffneten Überfall auf ein Polizeirevier, wo eben jene Drogenpakete im Vordergrund stehen, geht es mit der Handlung eher schleppend voran. Die Figurenzeichnungen fallen vage aus, denn über Said erfährt man nur, dass er Krebs im fortgeschrittenen Stadium hat und vermutlich deshalb bald das Sägewerk verkaufen will. Dass Tochter Sarah taubstumm ist und sich mit Gebärdensprache verständigt, ist ein Umstand, der im Verlauf der Konfrontationen kaum eine Rolle spielt. Dadurch wird eine Menge Potenzial während der Hatz im Sägewerk und dem angrenzenden Wald verspielt.

Zwar erfährt man nicht, warum Said die gefundene Drogentasche nicht einfach der Polizei (oder den Gangstern in Überzahl) aushändigt, doch mit Eintreffen der Kriminellen wird zumindest passabel an der Temposchraube gedreht. In zwei parallel ablaufenden Strängen wird mit kleinen Fallen und Ablenkungen hantiert, Verstecke werden immer nur kurz genutzt und dazwischen fallen jede Menge Schüsse auf beiden Seiten.
Dies geht mit einigen Gewalteinlagen, auch abseits blutiger Einschüsse einher, wobei zuweilen CGI eingesetzt werden, - anders bei den Actioneinlagen, da ist das Feuer an zwei Stellen echt.

Die treffend besetzten Mimen performen mindestens tauglich, der Score treibt passabel an und die Kamera arbeitet souverän. Gegenüber dem soliden Handwerk bleibt die Story recht eindimensional, es mangelt an Ecken und Kanten, an Überraschungen ohnehin. Am Ende der kurzen Laufzeit von 80 Minuten steht ein kleiner Action-Thriller, der seine gradlinige Geschichte nach etwas drögem Vorlauf okay antreibt, dabei jedoch das gewisse Etwas und den wahren Thrill vermissen lässt.
5,5 von 10

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