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Solange beim Kriminalfall nicht irgendwann der große Unbekannte aus dem Hut gezaubert wird, kann ein Großteil des Unterhaltungswertes durch das Mitraten generiert werden, dem so genannten Whodunit. Regisseur Michael M. Scott, der sich unter anderem mit einigen kitschigen Weihnachtsfilmen über Wasser hielt, fährt zumindest ein brauchbares Tempo.

Geldsorgen beeinträchtigen das Zusammenleben von Katie (Camilla Mendez) und Adam (Jessie T. Usher). Eines Tages erbt sie völlig unerwartet Haus und Hof von Leonard (Elliott Gould), den sie seit vier Monaten betreute. Doch dann kommen dem jungen Paar Zweifel am plötzlichen Erbe…

Ein paar falsche Fährten legt das Drehbuch zumindest: Eine Villa, eine Kiste voller Geld, eine ominöse Anwältin, ein ebenso ominöser Makler, ein zurückliegender Überfall in einem Diner und ein paar titelgebende Lügen, die erst noch entlarvt werden müssen. Durchaus Potenzial für einige abwegige Motive, doch leider liegt der Fall recht früh klar auf der Hand, zumal das Figurengefüge sehr überschaubar bleibt.

Hinzu gesellt sich ein Mangel an Spannung, denn die Figurenzeichnungen sind so offensichtlich angelegt, dass Zweifel erst gar nicht entstehen und nur selten ein paar merkwürdige Verhaltensweisen im Raum stehen. Allzu tiefsinnig gestalten sich die Dialoge nicht, während es weder Anflüge von Humor, noch anderweitige Schlüpfrigkeiten gibt, - obgleich Camilla Mendez als Hingucker bei Laune zu halten vermag.

Handwerklich fühlt sich der Streifen wie ein passabler TV-Film an, bei dem Kamera, Ausstattung und Score nicht negativ auffallen. Darstellerisch wird ebenfalls nicht übermäßig gefordert, zumal emotionale Spitzen weitgehend ausbleiben und Elliot Gould leider nur ein paar wenige Szenen bleiben, um die Ansätze seiner eigentlichen Präsenz zu untermauern.

Am Ende bleibt das Werk ideenlos, zu wenig originell und schon gar nicht mutig genug, um irgendwelche Maßstäbe zu setzen. Alles bleibt überschaubar, erahnbar und griffig genug, so dass zu keiner Zeit die Abweichung zum komplett austauschbaren TV-Thriller auszumachen ist. Tut nicht weh, eröffnet aber auch keine Horizonte.
4,5 von 10

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