Review

Fight The Power! 


„1BR“ (ein kryptischer Titel, der eigentlich nur für „One Bed Room“ steht) handelt von einer jungen Frau, die sich von ihrer Familie abkapseln will und nach L.A. zieht. Dort landet sie zunächst super glücklich in einer etwas eigenwilligen, aber auf den ersten Blick sehr freundlichen Community bzw. einem Appartmentkomplex, der sich langsam aber sicher zu einem absoluten Alptraum für sie/Neuankömmlinge entwickelt und dessen Bewohner sich kultig und schwarmartig Richtung Glück bewegen...

Ob „1BR“ das Zeug zum Klassiker hat, wird sich noch zeigen. Aber ein Geheimtipp in Richtung „The Invitation“ oder „The Sacrament“ ist er in jedem Fall, der sicher nicht jedem gefallen, der in den nächsten Wochen und Monaten aber hoffentlich noch ein paar Wellen schlagen wird. Der Aufbau ist clever und... anders, die Hauptdarstellerin spielt intensiv und kann locker als Entdeckung bezeichnet werden, das Ding zieht gehörig an und weiß, wann es weh tun muss. „1BR“ ist nicht zimperlich, weder psychologisch noch körperlich. Ersteres aber noch viel prominenter. Der ungewöhnliche Thriller stellt unterschwellig sehr intelligent die Haltung vieler zu Glück und Gesellschaft in Frage, zudem rockt das Ende - viel eher im metaphorischen Sinne statt mit seinen oberflächlichen Franchisemöglichkeiten. „1BR“ hat mich in erster Linie sehr solide unterhalten und gefesselt, längerfristig jedoch noch viel mehr beschäftigt und zum bösartigen Schmunzeln gebracht, als es das übliche Vehikel seiner Art sonst so macht. Deswegen ist das mindestens gut, eher noch etwas mehr. 

Fazit: Polanskis Erben... Ein starker, unangenehmer und intelligenter Sektenterror, der einen sowohl psychisch wie physisch gut rannimmt. Neighborhood Watch. Ein gesellschaftlicher, kultischer (& kultiger?) Magengrubenzerstörer. Irgendwo zwischen „Der Mieter“ und „Midsommar“. Nicht allzu realistisch - aber als Metapher verstanden besonders stark und eindringlich. 

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