In den 80ern entstand stellenweise eine regelrechte Paranoia gegenüber Heavy Metal Bands und ihren Anhängern, die pauschal in die Satanisten-Ecke gedrängt wurden, ähnlich erging es den Grufties in den Neunzigern. Regisseur Marc Meyers macht sich diesen Umstand zunutze, um auf relativ engem Raum die Messer zu wetzen.
Indiana 1988: Beverly, Alex und Val bandeln bei einem Heavy Metal Konzert mit drei Typen an, anschließend geht es zum abgelegenen Anwesen von Alex Vater, wo weiterhin munter getrunken und gefeiert wird. Doch dieser Tage sind bereits 18 Menschen einem satanistischen Kult zum Opfer gefallen, was die Jugendlichen schon bald am eigenen Leibe spüren sollen…
Zauberwürfel-Kindern dürfte hier einiges vertraut vorkommen, selbst wenn seinerzeit nicht vorrangig Heavy Metal angesagt war: Zerrissene Jeans, Vokuhila, andere Frisuren, die nicht ohne eine halbe Dose Haarlack funktionieren und entsprechende Snacks an der Tankstelle. Das Flair der späten 80er ist gut getroffen, doch mit Ankunft in der Villa wird binnen weniger Minuten der erste, gar nicht mal so unerwartete Twist vollzogen.
Danach geht es in einer Mischung aus Slasher und Home Invasion weiter, was phasenweise mit gutem Timing einhergeht. Doch die Eskalation der Extremsituation bleibt in vielerlei Hinsicht aus: Zwar kommt es vereinzelt zu Ableben, doch diese fallen nicht sonderlich kreativ oder allzu blutig aus, wobei die wenigen handgemachten Effekte okay umgesetzt sind. Das übliche Verbarrikadieren gehört genauso dazu, wie die unerwartete Intervention von zwei Randfiguren, doch weitere überraschende Wendungen bleiben aus.
Die eher unmotivierte Herangehensweise macht sich schließlich zum Finale bemerkbar, als potenzielle Opfer im Off verschwinden und dramaturgische Steigerungen der allgemeinen Ideenlosigkeit und Konventionalität zum Opfer fallen. Es mangelt schlichtweg an brachialen Momentaufnahmen oder ausgleichend, an garstiger Situationskomik, denn die meiste Zeit nimmt sich der Stoff viel zu ernst und verpasst die Chance, mit Klischees zu spielen oder sich das Overacting einiger Mimen gezielter zunutze zu machen.
So verkommt der Steifen, trotz gelungen eingefädelter Ausgangssituation zum austauschbaren Minimalgemetzel, welches ein reichlich hanebüchenes Mordmotiv einbindet und dem gegen Ende vermehrt die Ideen ausgehen. Typischer Stoff für nebenher.
4,5 von 10