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Indiana, 1988: Mitten in der grassierenden Satans-Panik, die just auch von einer ganzen Reihe von Ritualmorden befeuert wird, sind die drei Freundinnen Alexis, Val und Beverly unterwegs zu einem Konzert, das da in einer heruntergekommenen Venue irgendwo in der tiefsten Pampa veranstaltet wird. Auf dem Parkplatz vor der Konzerthalle treffen die Mädels auf die Metal-Fans Mark, Kovacs und Ivan und gemeinsam entschließt man sich, in der abgeschieden gelegenen Luxus-Hütte von Alexis' reichem Prediger-Daddy weiter Party zu machen und dort die Nacht zu verbringen. Dort erleben die Jungs kurz darauf schon ihr blaues Wunder, denn zuerst werden sie von den Girls betäubt und sollen anschließend in einer gefaketen satanischen Zeremonie, mit der man die verlorene Jugend des Landes wieder in die Kirche treiben will, als Opfer herhalten... Ach, es hätte so schön sein können: Ein hippes Horror-Komödchen voller Blut, Retro-Flair und 80s-Metal, und dann auch noch mit "Texas Chainsaw 3D"-Schnuckel Alexandra Daddario in der Hauptrolle... was soll da denn bitteschön schiefgehen? Nun ja, zum einen kommt die Dekaden-Tünche so gut wie gar nicht zum Tragen und "We Summon the Darkness" hätte - mit ohne Handy-Empfang - ohne große Probleme auch im Hier und Jetzt spielen können, während die metallische Musik-Untermalung sich auch gerade mal auf den Mercyful Fate-Klassiker "Black Funeral" beschränkt, der während der Konzert-Sequenz kurz und prägnant angespielt wird ("Heaven Is A Place on Earth" von Belinda Carlisle wird als weiterer 80er Jahre-Song da in der zweiten Hälfte sehr viel prominenter gefeatured, aber der hat halt mit Metal leider mal gar nix am Hut!). So wirklich schlimm wird "We Summon the Darkness" aber dann leider, wenn da nach der dreißigminütigen Exposition ein feister Plot-Twist (der ja trotz allem bereits im Trailer gespoilert wurde, man fasst es nicht!) sehr zeitgeistig die Handlung ein wenig durchschütteln und die Zuschauer-Sympathien neu verteilen soll... was stattdessen aber nur zur Folge hat, dass die Chose in der zweiten Hälfte zur hirnlosen Farce gerät und trotz erhöhtem Kunstblut-Verbrauch kaum mehr in der Lage ist, niedere Genre-Bedürfnisse zu befriedigen. Weder besonders spannend noch witzig geht es hier dann zu, stattdessen soll das überzogene Psychopathen-Gehabe des mörderischen Mädel-Trios einen da wohl irgendwie bei Laune halten. Johnny Knoxville taucht in den letzten 20 Minuten auch noch auf und weitet seinen vermeintlichen kurzen, anfänglichen Cameo-Auftritt dann doch zur popeligen Neben-Rolle aus, aber er hätte es auch bleiben lassen können, denn die Anwesenheit des "Jackass"-Hansels trägt nun nicht gerade dazu bei, dass man "We Summon the Darkness" irgendwie ernster nehmen könnte, als es seine Macher taten, die die Zügel da mächtig schleifen gelassen und ihn direkt in die Bedeutungslosigkeit gefahren haben. Also, mein Tipp deshalb: Für das authentische Genre-Feeling dann doch lieber nochmal einen "echten" Horror-Streifen aus den 80ern reinziehen...

4/10

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