Mit „La Noche de Walpurgis“ begegnet uns ein weiterer Werwolf-Film der Waldemar Daninsky Saga. Auch dieser Film ist wohl nur für Leute des spanischen Horrorfilms und/oder Paul Naschy-Fans interessant.
Waldemar Daninsky (Paul Naschy), der Werwolf, wurde mit zwei silbernen Kugeln getötet. So macht sich ein Arzt und sein Assistent auf den Weg zu Daninskys Leiche, um sie zu untersuchen. Auch wenn beide sofort das Zeichen des Werwolfes auf Daninskys Brust erkennen, glaubt zumindest der Arzt nicht an die Werwolfmythen und entfernt die beiden Kugeln. Sogleich reanimiert sich Daninskys Körper wieder und es dauert nicht lange, bis der Werwolf wieder in voller Pracht am Leben ist und beide umbringt.
Zur gleichen Zeit machen sich Elvira und Genevieve auf den Weg, das Grab der Gräfin Wandessa zu finden, die ein Vampir gewesen sein soll und nur durch ein silbernes Kreuz, welches durch ihr Herz gestoßen wurde, vernichtet werden konnte. Beide gelangen zu dem Haus von Waldemar, der sie aufnimmt und ihnen helfen will, das Grab zu finden. In der Tat gelingt es ihnen, das Grab zu finden. Dabei entfernen Genevieve das Kreuz aus der Brust der Gräfin, verletzt sich aber dabei, so dass Blut auf den toten Leichnam der Gräfin tropft.
Damit nimmt das Unheil seinen Lauf. Die Gräfin kommt zurück ins Leben und bereitet die Walpurgisnacht vor, in der Satan zurück auf die Erde kommen soll und ewig herrschen soll. Auch Waldemar hat genug Probleme. Er muss gegen die Vampire kämpfen, ferner verwandelt er sich zu Vollmondzeiten immer wieder in einen Werwolf und bringt Menschen um. Gerettet kann er nur werden, wenn das silberne Kreuz von seiner großen Liebe in sein Herz gestoßen wird....
Man merkt schon, hier geht es rund. Vampire und Werwölfe beherrschen das Geschehen, aber so wild ist es dann doch nicht. Es gibt einen Werwolf und die Vampire kann man an einer Hand abzählen. Hinzu kommt, dass die Regeln des Vampirismus nicht immer genau eingehalten werden, z.B. sieht man einen Vampir am Tage munter umherlaufen, ein paar Szenen später flüchtet die Gräfin aber vor der Sonne. Logik sollte man hier eh nicht erwarten.
Schauspielerisch bekommt man hier das geboten, was man auch erwartet, quasi gar nix. All gegenwärtig ist natürlich Paul Naschy aka Jacinto Molina, der die Rolle des Werwolfes hervorragend spielt. Auch die Maske des Werwolfes hat mich überzeugt, immerhin handelt es sich hierbei um einen spanischen Film aus den 70er Jahren. Die restlichen Darsteller muss man nicht wirklich erwähnen, Gaby Fuchs könnte dem einen oder anderen in dieser spanisch-deutschen Produktion noch ein Begriff sein.
Wie erwähnt, sollte man keine Logik im Film erwarten. Lässt man sich darauf aber ein, wird man sogar recht gut unterhalten. Die Auftritte des Werwolfes sind eine wahre Freude, gepaart mit einigen kleinen Gore-Effekten. Auch die Vampire (oder besser die Vampirrinnen) dürfen in Aktion treten und das eine oder andere Mal Blut abzapfen.
Auf die bekannten Sexszenen in diesen Film hat man nahezu vollständig verzichtet. Zwar wird bei einigen Aktionen immer mal lustigerweise die Brüste freigelegt, dabei bleibt es aber auch in der Uncut-Fassung. Von spanischen Filmen, gerade den Naschy-Filmen, gibt es ja oft zwei Versionen. Einmal die internationale Fassung mit mehr „Körpereinsatz“ der Damen, und die spanischen Fassungen, in der die Damen bekleidet sind.
Fazit: Für Fans des spanischen Horrorfilms und/oder solche, die die alten Horrorfilme mögen (also ich), ist „La Noche de Walpurgis“ sicherlich ein gefundenes Fressen. Man wird gut unterhalten, soweit es möglich ist. Für Fans des „modernen“ Horror ist „La Noche de Walpurgis“ aber sicherlich nichts. Wie bei allen Naschys, stark geschmacksabhängig.