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Ja es gibt sie noch! Die kleinen aber feinen Filme, die kein großes Aufsehen erregen konnten und doch einen guten und spannenden Inhalt intus haben. Filme die kaum einer kennt, aber durchaus einen breiteren Bekanntheitsgrad verdient hätten. "I Witness - Nur tote Zeugen schweigen" ist so ein Film. Eine spannende (wenn auch nicht perfekte) Mischung aus spannendem Krimi und Menschenrechtsdrama.

"I Witness" erzählt die Geschichte des Menschenrechtlers James Rhodes, der zu einem ungewöhnlichen Mordfall gerufen wird. 27 Menschen wurden anscheinend vergiftet in einer Höhle begraben worden. Des weiteren sind auch 2 Jugendliche, in der Nähe dieser Höhle, erschossen aufgefunden worden. Die mexikanische Polizei will den Fall schnell zu den Akten legen, da sie sich sicher sind, dass ein mex. Drogenboss dahintersteckt. Doch Rhodes geht der Sache auf den Grund, bis er in einen tödlichen Komplott gerät. Sicher, sonderlich innovativ ist der Plot nur selten, doch durch die Bank weg bleibt der ganze Fall logisch und wird dem Zuschauer mit viel Spannungspotenzial erzählt. Und dadurch gewinnt das Drehbuch dann doch die Oberhand.

Wirklich leben tut der Film aber nicht nur durch seinen spannenden Plot und den einfallsreichen Wendungen (Spuren werden gelegt und wieder verwischt), sondern auch durch die packende Dramatik des Falls, die hier sehr gut rüberkommt. Denn unterschiedliche Korruptionen, die Verletzung der Menschenrechte, die fatale Abwägung dessen, welche Menschen mehr wert sind als andere, und der Kampf gegen den Menschenrechtsmissbrauch, der vor allem in den armen Flecken dieser Erde wütet, wird hier genauso zu einem zentralen Punkt erhoben, wie der Kriminalpart. Und das macht die ganze Geschichte nicht nur ungeheuer spannend, sondern immer öfters auch richtig packend und regt zum Nachdenken an. Und dies schaffen heutzutage nur noch wenige Thriller.

Schade nur, dass Regisseur Rowdy Herrington seinen Film in einem solch arschlahmen Tempo zu erzählen vermag. Um sowohl der Geschichte als auch den einzelnen Charakteren eine große Tiefe zu verleihen, tritt er manchmal so derartig auf die Filmbremse, dass das Geschehen hier und da fast still zu stehen vermag. Dadurch mag einem der 95 Min. am Ende fast doppelt so lang vorkommen. Hier und da hätte man vielleicht doch die ein oder andere Dialog-Sequenz etwas stutzen und das Tempo nicht so arg drosseln sollen. Denn auch mit einer flotteren Inszenierung, hätten Geschichte und Figuren ihre nötige Tiefe besessen. Schade eigentlich!

Was die Darsteller angeht gibt es allerdings nur Gutes zu berichten. "Dumm und Dümmer"-Star Jeff Daniels beweist hier einmal mehr, dass sein Talent zum Charakter-Darsteller mehr als groß ausgefallen ist und das er eigentlich zur Riege der ganz Großen von Hollywood gehören könnte, wenn er nur wollte (bzw. die richtigen Kontakte hätte). Ally McBeal-Star Portia de Rossi macht ihre Sache ebenfalls überzeugend und auch alle anderen Darsteller gefallen.

Fazit: Genauso spannende wie packende Mischung, aus Thriller und Menschenrechtsdrama, die bis zum packenden Ende zu überzeugen vermag. Das Erzähltempo hätte zwar ne ganze Spur flotter ausfallen dürfen, aber im Grunde bleibt man dennoch bis zum Schluss am Ball und darf nach Filmschluss noch über das Gesehene diskutieren! Unterm Strich sicher nichts Herausragendes, aber definitiv mehr Wert als nur eine schnöde Video-Auswertung!

Wertung: 7/10 Punkte

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