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Politische Mißstände, Wilderei, Bürgerkriege, Rassenhaß und Hinrichtungen dominieren das „neue“ Afrika während dem Wechsel zur eigenen Regierung - nach der britischen Imperialherrschaft. Nachdem sich die Ureinwohner unter Gewalteinwirkung das zurücknehmen, was ihnen nach eigenem Glauben zusteht – versinkt der „schwarze“ Kontinent in einen Sumpf voller Terror und Gewalt. Rassismus steht an der Tagesordnung, denn der weiße Mann wird als Unterdrücker verkannt und soll nun für seine Schandtaten büßen.
Doch auch die Tierwelt ist einigen Veränderungen ausgesetzt: Wilderer töten aus Profitgier hunderte von Nilpferden, Touristen morden aus Freizeit Elefanten – außerdem verkauft sich Elfenbein hervorragend auf dem Weltmarkt. So wird einem auch gegen Ende klar, wer das grauenvollste Tier auf der Welt ist: der Mensch!



Diese Dokumentation, welche in der Zeit von 1962-1964 entstanden ist, zeigt schonungslos die Mißstände und Probleme des damaligen Afrikas. Herausgekommen ist ein wichtiges Zeitdokument, welches von vielen aber nur als Aneinanderreihung von grausamen Szenen hingestellt wird.

Wahrhaftig geht es hier nicht zaghaft zu, denn die Hinrichtungen von Mensch - und Tier können einem schon auf die Magengrube schlagen. Jedoch kann man davon ausgehen, dass man hier nicht zum Selbstzweck mit der Kamera draufgehalten hat, sondern nur um dem Zuschauer vor Augen zu halten, was für heftige Probleme in Afrika herrschen – deshalb bleibt das alles auch Definitionssache, schön anzusehen ist es dennoch nicht.

Der Soundtrack von Riz Ortolani dagegen ist ein wahres Meisterwerk, denn hier bekommt man den Eindruck, daß die Bilder zur Musik aufgenommen wurden – nicht umgekehrt. Somit verleiht er jeder musikalisch-unterlegten Szene eine besondere Note, wie er es auch später in „Cannibal Holocaust“ gemacht hat.

Einzig negativ fiel mir die extrem lange Spielzeit von fast 140 Minuten auf. Da wird dem geneigten Zuschauer einiges an Sitzfleisch abverlangt, denn so eine Doku kann sich, trotz hohem Informationsgehalt, schon ziemlich in die Länge ziehen.


Fazit: Eindringliche, aber auch kontroverse Dokumentation über die unmenschlichen Bedingungen Afrikas, welche durch Jacopetti's gelungene Fotographie und Ortolani's genialem Soundtrack zu überzeugen vermag.

(8/10)

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