Nach den Filmen 'Mondo Cane' und 'Mondo Cane 2' leisten Gualtiero Jacopetti und Franco Prosperi mit 'Afrika Addio' einen weiteren Beitrag zur politischen, ethnischen und weltanschaulichen Aufklärung des Filmzuschauers. Diesmal haben es die beiden in ihrem Film (der übrigens in der deutschen VPS-Videofassung nicht 95 Minuten - wie es die Coverrückseite weis machen will - sondern sogar satte 104.05 Minuten läuft !) auf den schwarzen Kontinent abgesehen.
Szenen von Bürgeraufständen, Rassenunruhen und Eingeborenenriten werden hier in klassischer Mondo-Manier mal mehr, mal weniger munter aneinandergereiht. Nur einige wenige interessante, aussergewöhnliche oder schockierende Kurzbeiträge sind dabei im Film enthalten. Zu erwähnen wären hier die verurteilenswerten Tierjagdszenen, bei deren Anblick man am liebsten selbst zum Großkalibergewehr greifen würde, um mit einem satten Schuss die minderbemittelten Gehirne der Großwildjäger wegzupusten.
Für Voyeure, Gaffer und Absurditäten-Fanatiker ist 'Afrika Addio' aber im großen und ganzen zu unspektakulär und somit auf keinen Fall geeignet. Und auch der etwas anspruchsvollere Videokonsument wird sicherlich nach einer halben Stunde das ein oder andere Gähnen nicht unterdrücken können.
Eins muss man Jacopetti aber wirklich eingestehen: Er versteht es mal wieder auf unnachahmliche Weise den Zuschauer glauben zu machen, dass das, was er zeigt, wirklich Realität ist. Ob das Gezeigte nun aber wirklich der Realität entspricht und der Kommentar des Sprechers tatsächlich mit den historischen und politischen Fakten übereinstimmt, mag sicherlich nur der eingefleischte Afrika-Experte beurteilen.